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Glaubenssatz / Believe

Subjektive Generalisierungen, zu verschiedenen Themenbereichen, basierend auf persönliche Erfahrungen oder Meinungen von Mitmenschen.

Laut Definition ist ein Glaubenssatz keine Strategie oder Verhalten. Ein Glaubenssatz ist eine Verallgemeinerung (Generalisierung) über eine Beziehung zwischen Erfahrungen.

So entstehen Glaubenssätze

Um NLP zu lehren bieten sich Metaphern also Geschichten an, nicht nur um theoretische Inhalte praktisch darzustellen, sondern auch um dein Unterbewusstsein, den emotionalen Part in den Lernprozess miteinzubeziehen.

Daher möchte ich gleich direkt mit einer Metapher zum Thema Glaubenssätze starten:

Stell dir vor du hast einen negativen Glaubenssatz in dir identifiziert der logischerweise auch dein Leben beeinflusst. Zum Beispiel:

“Ich bin klein, schwach und verletzlich!”

Jetzt stell dir vor, dieser Glaubenssatz steht auf einer großen Tischplatte geschrieben. Diese Tischplatte ist nur stabil und tragfähig, weil sie von vier Tischbeinen getragen wird.

Die Tischbeine sind die Basis die Begründung für diesen Glaubenssatz, die Art und Weise wie wir Glaubenssätze lernen.

Glaubenssätze werden programmiert durch folgende vier Komponenten:

  • Imitationslernen:

Hier geht es um wichtige Bezugspersonen aus deinem Leben, zum Beispiel deine Familie oder andere Personen, die du speziell in deinen ersten Lebensjahren beobachtet hast.

Als Babys sind wir darauf angewiesen schnell Fortschritte zu machen, um zu überleben, indem wir ältere Vorbilder nachahmen. So kann ein bestimmter Satz, der immer wieder laut und eindringlich wiederholt wird, aber auch unausgesprochene Gesetzmäßigkeiten, die einfach in einer Familie gelten und die wir durch Mimik, Gestik und bestimmte Verhaltensweisen beobachten in uns programmiert werden.

Genauso könnte es sich bei folgendem Beispiel, zu einem negativen Glaubenssatz zugetragen haben:

Negativer Glaubenssatz: “Ich bin klein, schwach und verletzlich!”

Die Mutter war schon immer sehr besorgt und etwas über protektiv bei der Erziehung. Oft, wenn das Kind sich zu weit vorwagte um die Welt zu entdecken, riss sie die Augen weit und ängstlich auf, und sagte “Pass auf, das ist gefährlich!” So wird der Glaubenssatz durch mehrmaliges Beobachten dieser Situation manchmal aber auch durch nur ein emotionales Erlebnis an sich gefestigt.

Es geht sogar so weit, dass nicht nur Glaubenssätze, sondern gar Traumata (s. Coaching mit NLP Praxishandbuch, ISBN: 978-3749428045) auf die nächste und übernächste Generation weitergegeben werden, ohne dass je ein Wort über gewisse Gegebenheiten verloren wurde. Das passiert dann rein über die Beobachtung gewisser Mikromimik und Gesten.[1]

  • Der eigene innere Dialog:

Ein negativer Glaubenssatz wird programmiert, indem wir ihn in eigenen Gedanken oder Worten immer wieder wiederholen. In unserem neuronalen Netzwerk des Gehirns entstehen durch die Wiederholung regelrechte Autobahnen, wenn gewisse Trigger=Auslöser in im Leben vorkommen.

Zum Beispiel könnte nur der Gedanke an einen Hochseilklettergarten, automatisch zu der Annahme führen, dass dies zu gefährlich sei.

  • Die mündliche Programmierung durch unser Umfeld

Auch unser Umfeld programmiert mit der Sprache, mit den Sätzen und allgemeinen Weltanschauungen, die untereinander geteilt werden, Glaubenssätze. Wenn mein bester Freund kürzlich einen Motorradunfall hatte, und nun beginnt in meiner Gegenwart Panik und gefühlte Hilflosigkeit was den Straßenverkehr angeht zu verbreiten, wird sich auch in mir der Glaubenssatz: “Die Welt da draußen ist unberechenbar und gefährlich” festigen.

  • Persönliche Referenzerfahrungen

Das sind Situation, die du tatsächlich selbst erlebt hast und die deinen inneren Glaubenssatz somit bestätigen. Unser Gehirn ist darauf ausgerichtet, dass wir unseren Fokus darauf richten, was wir selbst glauben. Wir suchen regelrecht nach passenden Referenzerfahrungen, um das Bild unsere inneren Wertelandschaft abzubilden. Denn die tatsächliche Realität mit ihren Millionen von Reizen die pro Sekunde auf uns eintreffen, könnten wir in der gesamten Vielfalt gar nicht erfassen.

Dein innerer Fokus deine Aufmerksamkeit richtet sich also darauf, worauf du dich gerade konzentrierst, womit du dich beschäftigst, also woran du glaubst.

Wenn der innere Glaubenssatz, „Ich bin klein, schwach und verletzlich!”, in dir aktiv ist, wirst du automatisch nach Erfahrungen suchen, die dir das bestätigen.

Zum Beispiel denkst du daran, wie du an einem Marathon teilgenommen hast, und du dabei, weil du einen leichten Kreislaufkollaps hattest, abbrechen musstest.

Oder du denkst daran, wie furchtbar es war, als du als Kind vor lauter Übermut von der Schaukel gefallen bist, und danach ins Spital zum Nähen musstest.

Ereignisse und Erfahrungen, bei denen du dich stark gefühlt hast und Situationen, die du gut bewältigt hast, werden umgekehrt in den Hintergrund gerückt.

Um zusammenfassend wieder zurück zu der Metapher mit der Tischplatte zu kommen, auf der ein Glaubenssatz geschrieben ist.

Der Glaubenssatz wird umso stärker sein, und intensiver auf das Leben einwirken, je stabiler die Tischbeine sind, von denen er getragen wird. Und diese Tischbeine, die den Glaubenssatz stützen und tragen sind das, was wir durch Beobachtung und Imitation gelernt haben: der eigene innere Dialog, die mündliche Programmierung unseres Umfeldes und persönliche Referenzerfahrungen, die wir selbst in das Zentrum unserer Aufmerksam rücken und im Laufe unseres Lebens sammeln.

Das Arbeiten mit Glaubenssätzen ist ein zentrales Element im NLP. Dabei werden bestehende Glaubenssätze auf ihre Richtigkeit überprüft – Glaubenssätze können sich im Laufe des Lebens verändern – und neue Glaubenssätze definiert.


Diese Begriffserklärung ist Teil unseres NLP Glossar. Klicke auf den Link, um die gesamte Liste zu sehen:

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