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Amnesie

Ein durch einen Unfall oder Schockzustand ausgelöster Teilverlust der Erinnerung.

Beim Einsatz von Hypnose wird oft bewusst mit Amnesie gearbeitet. Man spricht dabei von der hypnotischen Amnesie. Die hypnotische Amnesie besteht nicht in einer Auslöschung der entsprechenden Gedächtnisinhalte. Die wache Persönlichkeit kann sich nur nicht mehr an die Ereignisse während der Hypnose beziehungsweise während der Realisierung posthypnotischer Befehle erinnern. Wird sie jedoch wieder in Hypnose versetzt, so kann die Erinnerung durch eine entsprechende Suggestion wiederhergestellt werden. Es ist auch möglich, die Blockade der Erinnerung im Wachzustand durch ein in der Hypnose suggeriertes Signal aufzuheben. Die Wiedererinnerung entspricht dann der Befolgung eines posthypnotischen Befehls.

Amnesie in der Anwendung

Unter dem Begriff der posthypnotischen Amnesie verstehen wir die Unfähigkeit, sich an bestimmte Ereignisse zu erinnern, die dem Hypnotisanden vor der Hypnose zugänglich waren. Ob eine posthypnotische Amnesie hervorgerufen werden kann und wie stark sie ist, hängt von der Suggestibilität ab. Die Amnesie kann suggeriert werden, sie kann aber auch spontan eintreten. Die spontane Amnesie könnte unter Umständen auch die Folge einer Erwartungshaltung des Klienten sein (da der Zusammenhang zwischen Hypnose und Amnesie ja zum Alltagswissen über dieses psychologische Phänomen zählt). Bei gut hypnotisierbaren Menschen stellt sich sehr häufig auch ohne entsprechende Suggestionen für die posthypnotische Handlung und für die begleitenden Umstände (ebenso wie für die Hypnosesitzung selbst) eine Amnesie ein. Falls sich die Hypnotisanden dennoch an den posthypnotischen Akt erinnern, so ist ihre Erinnerung verschwommen und fehlerhaft. Die posthypnotische Handlung beinhaltet also eine Bewusstseinsspaltung. Diese „Fragmenterinnerungen“ sind dann, ebenso wie die zugeordneten posthypnotischen Handlungen, durch amnestische Barrieren voneinander getrennt. Üblicherweise werden diese Suggestionen kurz vor der Auflösung, beispielsweise unmittelbar vor dem Herauszählen, gegeben. Zu beachten ist jedoch: je kürzer die Amnesie vor der Auflösung suggeriert wird, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Hypnotisand zumindest daran erinnert, dass er etwas vergessen sollte. Er weiß jedoch nicht mehr, was genau.

„Sobald du aus dem Zustand der tiefen Trance erwacht bist, hast du überhaupt keine Erinnerung mehr daran, was während dieser Hypnosesitzung passiert ist. Selbst wenn du dich noch so konzentrierst und anstrengst, ist es dir absolut und überhaupt nicht möglich, dich daran zu erinnern. Du erinnerst dich lediglich und einzig und allein nur daran, wie leicht es ist zu vergessen. Obwohl die Information in deinem Unterbewusstsein fest verankert ist und gespeichert bleibt, wirst du in bewusstem Zustand keine Möglichkeit mehr haben, darauf zuzugreifen.“

„Du siehst nun eine große, schwere Truhe aus Holz vor dir. Öffne diese Truhe und pack in sie all das hinein, was ich während dieser Hypnose zu dir gesagt habe. Danach verschließt du die Truhe mit einem großen Vorhängeschloss aus Eisen und gibst den Schlüssel an dein Unterbewusstsein weiter. Nur noch dein Unterbewusstsein kann auf den Inhalt dieser Truhe zugreifen, dein bewusster Verstand hat keine Möglichkeit mehr, auf den Inhalt der Truhe zuzugreifen. Ja, dein Bewusstsein hat sogar komplett darauf vergessen, dass diese Truhe überhaupt existiert.“


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