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Die Geschichte des NLP

NLP so wie wir es heute kennen, kann bereits auf eine lange Geschichte zurückblicken. In dieser Abhandlung möchte ich dir die wichtigsten Fakten der NLP Geschichte, ihren Begründern und Nachfolgern näherbringen. Was John Grinder und Richard Bandler mit der Unterstützung von anderen zunächst begonnen hatten, hat schnell eine Welle der Begeisterung ausgelöst. Noch nie hat NLP so viele Anhänger und noch nie ließen sich so viele Menschen in NLP ausbilden. Was zunächst in Amerika anfing, ging schnell nach Europa über und stieß auf Begeisterung.

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Geschichte des NLP
  2. NLP – Wie alles anfing
  3. Richard Bandler und sein Leben
  4. John Grinder und sein Leben
  5. Frank Pucelik und sein Leben
  6. Biografie von Fritz Perls
  7. Biografie von Virginia Satir
  8. Biografie von Gregory Bateson
  9. Biografie von Milton H. Erickson
  10. Biografie von Robert Dilts

Geschichte des NLP im Überblick

Das heutige NLP hat seinen Ursprung in den frühen Siebzigerjahren. Zu dieser Zeit trafen Richard Bandler und John Grinder in Santa Cruz an der University of California das erste Mal aufeinander. Bandler war zu dieser Zeit noch Student und Grinder Assistenzprofessor für Linguistik.

Als Student verfolgte Bandler schon immer unkonventionelle Methoden. So wurde Grinder, der schon immer ein besonderes Interesse an fortgeschrittenen Lehrmethoden hatte, auf ihn aufmerksam und sie führten gemeinsam erste Seminare durch.

Am Anfang glichen die Seminare eher Gruppenexperimenten. Doch mit der Zeit kam es zu einem Wandel und sie verhalfen ihren Teilnehmern zu spannenden Veränderungsprozessen. Dies war der Beginn einer langen und erfolgreichen Zusammenarbeit.

Gemeinsam gingen sie der zentralen Frage nach, warum manche Psychotherapeuten erfolgreicher waren als andere und wollten den Ursprung dieses Erfolgs erkunden. Warum waren sie erfolgreicher, obwohl es andere, die dieselben Patienten mit denselben Störungen behandelten es nicht schafften, eine positive Veränderung herbeizuführen. Ihre Ausgangshypothese baute auf ein ähnliches Verhaltensmuster in der Arbeit mit ihren Patienten auf. Dieses Verhaltensmuster sollte sich letztendlich als der Grund für die hervorragenden Resultate herausstellen. Diese ähnlichen oder gemeinsamen Verhaltensmuster sind heute als das bekannt, was wir NLP nennen.

Mit dieser Erkenntnis fingen sie damit an die Spitzentherapeuten aus der damaligen Zeit und ihre Therapieformen zu analysieren und zu untersuchen. Darunter waren bekannte Persönlichkeiten wie Milton H. Erickson (ein weltbekannter Hypnotherapeut), Fritz Perls (Begründer der Gestalttherapie) und Virginia Satir (eine bekannte Familientherapeutin).

Ihre Hoffnung war dabei stets, Strukturen und Muster zu finden, die den großen Erfolg dieser Therapeuten in der Zusammenarbeit mit ihren Klienten und Patienten erklären konnten.

Nach sorgfältiger und intensiver Beobachtung entdeckte das Duo Bandler und Grinder erstaunlich ähnliche Grundmuster in der Arbeitsweise der drei Erfolgspsychotherapeuten.

Bandler und Grinder verfeinerten diese Grundmuster, wandten sie in Seminaren mit Studenten an, die ihr Einverständnis dafür gegeben hatten und entwickelten letztendlich daraus ihr eigenes Modell. Ein Modell, das es zum Ziel hat, persönliche Veränderung hervorzurufen, effektiver zu kommunizieren, das Lernen zu beschleunigen und mehr Freude, Genuss und Glück im Leben zu erfahren. Doch auch andere Experten wie Frank Pucelik waren an der Entwicklung von NLP beteiligt.

Das war die Geburtsstunde des Neurolinguistischen Programmierens – kurz NLP.

NEURO – Bei dem Bandler-Grinder-Modell handelt es sich um Strategien, die auf die Funktionen des Nervensystems, dem Zusammenspiel zwischen Gehirn, Rückenmark und Sinne, aufbauen. Dabei geht es darum, mehr und präziser wahrzunehmen und unerwünschte Verhaltensmuster und Gefühle zielgerecht an die eigenen Bedürfnisse anzupassen und zu verändern.

LINGUISTIK – Linguistik steht für die Sprache, für die Kommunikation, die einen wichtigen Aspekt im NLP-Modell darstellt. Wir können nicht, nicht kommunizieren und wir kommunizieren immer und zu jeder Zeit mit unserer Umwelt nach außen und mit uns selbst, mit unserem Inneren. Dabei fällt uns vor allem die Kommunikation mit uns selbst nicht immer leicht. Nicht alles was wir zu uns sagen wird auch von unserem Gehirn aufgenommen, vieles geht dabei verloren. Die Kommunikation mit einem selbst ist daher ein wichtiger Baustein des NLP.

PROGRAMMIEREN – Programmieren sieht das Zurückgreifen auf systematische Methoden als ein Grundziel des NLP. Es ist nicht das Ziel durch Versuch und Irrtum zu lernen. Stattdessen geht es darum Abläufe, Verfahren und Prozesse zu entdecken, die an einem selbst angewendet werden, aber auch auf andere Personen und Bereiche übertragbar sind. Die meisten NLP-Techniken bauen auf eine konkrete Methodik auf, können aber inhaltsfrei in vielen Bereichen eingesetzt werden. Abnehmen mit NLP, NLP bei Kopfschmerzen, NLP für Unternehmer, NLP bei Kindern sind nur einige Gebiete in denen NLP-Techniken angewandt werden.

Von der Kombination Neuro-Linguistik-Programmieren ausgehend, entwickelte sich die Lehre der NLP in zwei weiteren Richtungen weiter:

  1. NLP ist ein Verfahren zum Entdecken von Muster in allen denkbaren sozialen Bereichen.
  2. NLP ist eine Zusammenstellung der Möglichkeiten des Kommunizierens und Denkens, die außergewöhnliche Persönlichkeiten in ihrem Gebiet benutzen.

NLP – Wie alles anfing

1972 leitete Bandler sein erstes Seminar zum Thema Gestalttherapie, da er mit dem bisherigen Angebot nicht zufrieden war. Sein Fokus lag dabei vor allem auf der Erforschung der Therapiewirkung in der Gestaltarbeit.

In Zuge dieser Seminarreihe wurde John Grinder auf die Arbeit von Bandler aufmerksam und unterstütze ihn bei seinen Forschungen sowie in den Seminaren. Diese intensive Zusammenarbeit fand von 1972 bis 1974 statt, wobei beide von dem Wissen des anderen, Grinder von den Psychotherapiekenntnissen und Bandler von den Linguistikkenntnissen profitierte. Berühmte Therapeuten wie Friedrich Perls, Virginia Satir oder Milton Erickson konnten von dieser Kombination wertvolle Aspekte in ihre Arbeit, vor allem beim Modellieren, einbauen. Das Modellieren baut darauf auf, spezifische menschliche Fähigkeiten durch präzise und systematische Befragung und Beobachtung auch für andere Menschen nutzbar und erlernbar zu machen. Dabei werden Regeln und Muster abgeleitet, die es möglich machen, diese Fertigkeiten auch von Dritten nachahmen zu können.

Dem NLP-Gründer-Duo ging es primär darum, etwas Nützliches zu beschreiben, dass wirklich für die breite Masse anwendbar ist. Bestätigung für ihren Erfolg fanden sie dabei in ihren Beobachtungen von Perls und Satir, die zeigten, dass sie idente Ergebnisse bei anderen Menschen erreichen konnten, wie bei denjenigen Personen, die sie selbst modelliert hatten. Im Jahr 1974 begannen sie gemeinsam mit einer Studentengruppe, mit der Entwicklung der ersten Meta-Modell-Strukturen. Unter dem Meta-Modell versteht man sehr spezifische Fragen, die das Ziel haben Denkstrukturen aufzudecken und daraus tiefgründige Informationen zu gewinnen. Ausgangspunkt für diese Forschungsreihen war die Überlegung, den verbalen Austausch, der zwischen Klienten und Therapeuten stattfindet, als eine zentrale Eigenschaft bei jeder therapeutischen Veränderungsarbeit zu sehen. Es war davon auszugehen, dass sich aus der verbalen Kommunikation von Satir und Perls bestimmte Sprachmuster herauskristallisieren werden, die gefestigt werden könnten

Ende 1974 kreuzten sich die Wege des NLP-Gründer-Duos und dem Hypnotherapeuten Milton H. Erickson. Sie verfolgten das Ziel, die Arbeit von Erickson zu studieren und im Speziellen auf seine Verhaltensweisen und Sprachmuster einzugehen. So wie schon bei Perls und Satir wurden die daraus gewonnen Ergebnisse verfeinert und auf ihre breite Anwendbarkeit überprüft.

1974 bis 1975 setzte sich die Expertengruppe das Ziel, neue formale Kommunikationsmodelle zu entwickeln. Dabei konzentrierten sie sich auf die nonverbalen Elemente der Kommunikation und versuchten diese in Modellen darzustellen. Diese Modelle kommen bis heute nicht nur in der Psychotherapie, sondern auch in der alltäglichen Kommunikation zum Einsatz.

Die ersten Entdeckungen von Bandler und Grinder wurden in ihren vier Büchern (1975 – 1977) veröffentlicht.

Diese bis heute erfolgreichen Bücher waren:

  • The Structure of Magic – Teil I und Teil II
  • Patterns of the hypnothic techniques of Milton H. Erickson Teil I und Teil II.

Der echte NLP-Hype in den USA startete 1977 und wuchs in den Folgejahren. Zu dieser Zeit fingen Grinder und Bandler damit an, erste öffentliche Seminare abzuhalten. Heute kommt NLP in zahlreichen Anwendungsgebieten zum Einsatz – NLP in der Therapie, NLP in der Erziehung, NLP für Unternehmen.

1982 wurde das Konzept des Refraimings entwickelt. Es zeigt, den Einfluss des Unterbewusstseins auf unerwünschtes Verhalten. Refraiming macht es möglich, mit der Arbeit des Unterbewusstseins zum Beispiel in der klassischen Hypnose Veränderungen hervorzurufen.

1984 war die Geburtsstunden der Submodalitäten. Sie zählen zu den effektivsten Techniken des NLP. Die Submodalitäten sind mit einer Programmiersprache zu vergleichen, die einen Einfluss auf das Gehirn nimmt. Jeder Mensch ist in der Lage, diese Programmiersprache zu nutzen, er muss nur die richtigen Befehle kennen. Die fünf Sinne sind das Informationszentrum des Menschen. Sie helfen dabei, Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und letztendlich als Gedanken und Erlebnisse zu speichern. Und genau darauf baut das Prinzip der Submodalitäten auf.  Sie machen es möglich, vergangene Erfahrungen genau zu hinterfragen und nutzen dabei den Umstand aus, dass das Gehirn nicht bloß auf Dinge reagiert, die wir denken, sondern auch auf das wie, auf die Art des Denkens, Einfluss nimmt.

1988 wurde von Tad James die Zeitlinie entwickelt, die in der Time Line Therapie ihre Anwendung findet. Diese Methode wird bei der Heilung von traumatischen Erlebnissen aus der Vergangenheit angewandt und gilt als besonders schonend. Die Zeitlinie hilft dabei, die Ursache für emotional oder physische Probleme von verdrängten und unbewussten Traumata zu finden.

Es war 1990 als Robert Dilts das Reimprinting entwickelte. Dieses Modell beschäftigt sich mit der Veränderung von einschränkenden Überzeugungen und Glaubenssätzen, die in unserer Kindheit entstanden sind und seitdem blockieren. Aus jeder intensiven Prägung in der Vergangenheit wird zunächst ein Glaubenssatz geformt. Unbewusst wird damit auch oft eine Rollenübernahme von sich selbst oder anderen Personen damit verbunden. Das Reimprinting verfolgt den Zweck, jene fehlende Ressourcen zu entdecken, die dafür notwendig sind, um eine Veränderung im Glaubenssatz und im Rollenmodell durchzuführen.

Lang hat man geglaubt, dass Bandler und Grinder die alleinigen Entwickler von NLP sind. Doch es gibt noch eine dritte Person, Frank Pucelik, der nach über dreißig Jahren an die Öffentlichkeit trat und sein Schweigen brach.

Richard Bandler und sein Leben

1950 erblickte Richard Bandler im Bundesstaat New Jersey das Licht der Welt. Es war in der Mitte der 1960er-Jahre, als sich Bandler einer Hippiebewegung anschloss und als Blumenkind mit langen Haaren durchs Leben zog. Er fing damit an Rockkonzerte zu organisieren und Schlagzeugunterricht zu nehmen. Sein Schlagzeuglehrer war Dan, der Sohn von Robert Spitzer, der zu dieser Zeit ein angesehener Psychiater und Präsident des bekannten Verlagshauses mit dem Namen „Science & Bahaviour Books“ war. Während diesem Musikunterricht entdeckten die Spitzers, dass Richard Bandler vielseitig talentiert war und sehr offen gegenüber philosophischen Fragen stand. So kam es auch, dass Bandler einen Job im Verlagshaus von Spitzer ergatterte.

Bandler besuchte zunächst ein College und fing danach an Computerwissenschaften, Mathematik und Philosophie an der Universität in Santa Cruz, Kalifornien zu studieren. Im Laufe seines Studiums entdeckte er sein Interesse für Verhaltenswissenschaften und schenkte dabei ein besonderes Augenmerk auf die Therapiemethoden von Perls. Friedrich Perls ist der Begründer der Gestalttherapie. Eines Tages kam es in einem Workshop in Reno zur Begegnung mit Virginia Satir, einer erfolgreichen Familientherapeutin, und er war von ihrer Arbeit sehr angetan. Von Robert Spitzer bekam er die Möglichkeit, an einem vierwöchigen Seminar von Satir teilzunehmen und es für seinen Verlag aufzunehmen und zu transkribieren. Während dieser Zeit wurde Bandler in seiner Wortwahl und Ausdrucksweise Satir immer ähnlicher. Kurz danach bekam er von Spitzer eine nächste Chance. Er erhielt den Auftrag, Material des bekannten Gestalttherapeuten Friedrich Perls zu bearbeiten und daraus ein Manuskript zu gestalten. Auch dabei war Bandler so intensiv mit der Arbeit beschäftigt, dass er damit anfing, die Verhaltensweise und Redeart von Perls zu übernehmen. Das ging so weit, dass Spritzer Richard Bandler einmal sogar irrtümlich mit Fritz ansprach, da sich die zwei im Verhalten so ähnelten.

John Grinder und sein Leben

John Grinder wurde als John Thomas Grinder am 10. Januar 1939 in den USA im Bundesstaat Michigan geboren. Zunächst studierte er Philosophie an der Universität von San Francisco und schloss das Studium in den frühen 1960er-Jahren erfolgreich ab. Danach trat er in den Militärdienst ein und diente in Europa als Green Beret. Einige Jahre arbeitete er als Undercoveragent der CIA, bis er zum Ende der 1960er-Jahre mit seinem Studium der Linguistik an der Universität von Kalifornien in San Diego startete.

1972 bekam er an der Universität eine Stelle als Assistenzprofessor für Linguistik und wurde Supervisor von Richard Bandler in seinen Seminaren zur Gestalttherapie. Gemeinsam mit Bandler entwickelte er in den 70er-Jahren immer mehr neue Muster und dehnte das Gebiet des NLP so immer weiter aus bis letztendlich Mitte der 1980er-Jahre das Modell des NLP entstand, so wie wir es heute kennen.

Bis zu dieser Zeit hatte Grinder 14 Bücher zum Thema NLP geschrieben und eine Vielzahl über Linguistik. Seine Arbeiten waren dabei stark von Gregory Bateson, seinem Mentor, beeinflusst worden. Bateson war auch jene Person, die später den Kontakt zwischen Bandler und Grinder mit Milton H. Erickson, dem bekannten Hypnotherapeuten herstellte.

Frank Pucelik und sein Leben

1945 wurde Robert Frank Pucelik in den USA im Bundesstaat Nebraska geboren. Er hat eine schwierige Kindheit, die von seinem alkoholkranken Vater, Streit und Gewalt geprägt war. Er fühlte sich in jungen Jahren als Verlierer. Nach der High-School startete Pucelik ein Studium der Politikwissenschaften und der Psychologie, welches er allerdings nach drei Jahren abbrach. Um einer Zwangsrekrutierung zu entfliehen, entschied er sich für den freiwilligen Dienst in der amerikanischen Navy. Dort arbeitete er als Feldsanitäter und absolvierte eine medizinische Ausbildung. 1966 erlebte er, im Vietnam Krieg als Schütze „13 Monate in der Hölle“.

Schwer traumatisiert kehrte er aus Vietnam zurück und fing sein Studium wieder an. Zur Aufarbeitung der schrecklichen Erlebnisse in Vietnam, fing er damit an, sich mit Fritz Perls‘ Gestalttherapie und Persönlichkeitsentwicklung zu beschäftigen. Im Gegensatz zum ersten Studiumsversuch absolvierte er dieses Studium mit Spitzenleistungen und viel sozialem Engagement. Während dieser Zeit lernte er auch seine zukünftige Ehefrau Judith Ann DeLozier, mit der er 1970 einen gemeinsamen Sohn bekam, kennen. Die Familie zog nach Santa Cruz und führte dort am Kresge College an der Universität von Kalifornien ihr Studium fort. Pucelik engagiert sich auch hier sozial. Er begann damit im studentischen Kriseninterventionszentrum Gruppen zur Gestalttherapie zu leiten und empfand den Ansatz der Gestalttherapie als extrem hilfreich bei der Krisenarbeit.

Da auch Richard Bandler am Kresge College Gruppen zum Thema Gestalttherapie leitete, kreuzten sich hier die Wege der zwei Persönlichkeiten und sie beschlossen eine Zusammenarbeit. Gemeinsam boten sie Gruppen an und entwickelten später als Trio mit John Grinder das für das NLP bedeutungsvolle „Meta“-Projekt. Schnell erkannten sie, dass sie etwas Revolutionäres entdeckt hatten. Waren sie zunächst zu dritt, fokussierte sich die Arbeit im Laufe der Zeit auf Bandler und Grinder. Pucelik nahm die Rolle des Beobachters ein. Aus seiner neutralen Position war er in der Lage, ehrliches Feedback zu geben und seine Gedanken mit ihnen auszutauschen.

1973 kam es in der Ehe von Pucelik zum Bruch und seine Exfrau wurde kurze Zeit später die Lebensgefährtin von John Grinder. Pucelik lernte eine neue Frau, Leslie Cameron, kennen. Doch auch hier kam es zu einer Trennung und Leslie traf 1976 die überraschende Entscheidung ihr Leben fortan mit Richard Bandler verbringen zu wollen. Wenige Tage später kam es auch zum Bruch zwischen Bandler und Pucelik. So fand sich Pucelik wieder auf der Verliererseite des Lebens und verlor in einem Zug seine Familie, seine Freunde, sein Forschungsteam und seinen Beruf. Er konzentrierte sich in dieser schwierigen Zeit auf sein Studium und absolvierte sein Bachelorstudium in Psychologie. Ein Jahr später gründete Pucelik das „Meta Institute“ mit seinem Sitz in San Diego, das später zur „Meta International, Inc.“ erweitert wurde und setzte sein Studium fort. Zum Ende seines Studiums besaß er einen Masterabschluss in Psychologie sowie Organisationsberatung und hatte an der Universität von Oklahoma in Norman eine Professur. 1987 startete er mit seiner internationalen Karriere, zog nach Moskau und arbeitete als Managementberater. Zurzeit lebt Pucelik in Odessa, in der Ukraine und hat die Funktion des Präsidenten der „Pucelik Consulting Group“ inne.

Durch den Bruch mit Bandler hat sich Pucelik aus der Weiterentwicklung des NLP zurückgezogen. Auch Grinder und Bandler gingen mit der Zeit eigene Wege und das Meta-Projekt begann sich aufzulösen. Auch wenn Bandler und Grinder als die Entdecker des NLP gelten, gehört der Begriff rein rechtlich gesehen der ganzen Gruppe zugeschrieben. Bandler versuchte die Urheberschaft für das Neurolinguistische Programmieren für sich zu beanspruchen, scheiterte aber mit seinen Forderungen vor dem Gericht. Während Pucelik mit Bandler komplett gebrochen hat, verbindet ihn mit Grinder noch immer eine persönliche Freundschaft. In einem Interview betonte John Grinder, dass hinter der Entstehung des NLP eine Gemeinschaftsarbeit steckt und keiner von ihnen das Ergebnis alleine hervorbringen hätte können.

Biografie von Fritz Perls

Am 8. Juni 1893 wurde Friedrich Salomon Perls als drittes Kind in Berlin geboren. Sein Leben war von dem autoritären Verhalten seines Vaters und seiner strengen jüdischen Erziehung geprägt. Aufgrund seines rebellierenden Verhaltens galt er als schwer erziehbar. Dennoch überzeugte Perls mit ausgezeichneten schulischen Leistungen. 1914 begann er ein Studium der Medizin, das 1916 durch seinen Einsatz im Ersten Weltkrieg unterbrochen wurde. Nach der Kriegszeit schloss er 1921 sein Studium mit Promotion ab. Unmittelbar danach eröffnete er seine erste eigene Praxis als Neurologe und Psychiater.

1933 wurde Perls in der Zeit des Nationalsozialismus durch seine jüdische Abstammung dazu gezwungen Deutschland zu verlassen. Seine Flucht gemeinsam mit seiner Familie führte ihn zunächst nach Amsterdam. Von dort aus wanderte er mit seiner Frau und seiner Tochter Renate 1934 nach Südafrika aus. Hier nahm Perls eine Stelle als Lehranalytiker an. Doch auch hier kam es zu einer politischen Umstrukturierung und die Familie zog weiter nach Amerika. Nach anfänglichen Schwierigkeiten machte sich Perls auch in Amerika selbstständig und eröffnete eine eigene Praxis.

1948 und 1950 lag sein berufliches Interesse an der Entstehung der Gestalttherapie, wobei er mit Paul Goodman sehr eng zusammenarbeitete. Aus dieser Arbeit heraus veröffentlichte Perls 1951 auch sein erstes Buch. 1969 war das Gründungsjahr seines erfolgreichen Gestalt-Kibbuz in Lake Cowichan, Kanada. Im gleichen Jahr führte ihn eine Reise zurück nach Europa, wo er überraschend erkrankte und an den Folgen seiner Krankheit im März 1970 in Chicago starb.

Biografie von Virginia Satir

1916 war das Geburtsjahr von Virginia Satir, die in den USA im Bundesstaat Wisconsin auf einer Farm geboren wurde. Nach ihrem Schulabschluss übte Satir zunächst den Lehrerberuf aus. Dabei konzentrierte sie sich vor allem auf Kinder mit unterschiedlicher Herkunft. Berufsbegleitend startete sie mit dem Studium der Sozialarbeit und absolvierte parallel eine Ausbildung im psychoanalytischen Bereich. Kurze Zeit nach der Eröffnung ihrer ersten eigenen Praxis wurde sie und ihre Art der Behandlung sehr bekannt. 1955 bis 1958 bekam sie die Möglichkeit an einem Ausbildungslehrgang für psychiatrische Ärzte teilzunehmen und ging parallel ihrer Arbeit in zwei Praxen nach.

Mit dem Ziel jene Menschen zusammenzuführen, die Satir im Rahmen ihrer Ausbildung kennen und schätzen gelernt hatte, gründete sie 1977 das „Avanta Network“. Im Alter von 72 Jahren starb Virginia Satir an Gelbsucht.

Biografie von Gregory Bateson

Gregory Bateson wurde 1904 in Grantchester, Großbritanien geboren. Er zählte zu den bedeutsamsten Menschen des 20. Jahrhunderts und war vor allem für seine Erkenntnisse im Bereich der Humanwissenschaften und der Kybernetik bekannt. Durch seine Arbeit erschuf er die Grundlage für die systemische Arbeit, die bis heute in psychotherapeutischen Praxen zum Einsatz kommt. Trotz seines wichtigen Beitrags galt seine Arbeit als transdisziplinär, unkonventionell und komplex.

Seine berufliche Laufbahn führte Bateson zunächst in die Zoologie. Sein Vater, ebenfalls ein Zoologe, hat ihn zum Studium der Zoologie, welches er an der Universität in Cambridge antrat, inspiriert. Als er von einer Reise zu den Galapagos Inseln zurückkehrte, entschloss er sich 1925 dazu, mit einem Studium der Anthropologie zu starten. Nur zwei Jahre nach seinem Studiumstart der Anthropologie brach Bateson auf eine Forschungsreise nach Neu Guinea auf, die die Basis für seine Abschlussarbeit werden sollte. Bei seiner zweiten Forschungsreise nach Neu Guinea lernte er 1932 Margaret Mead kennen. Sie war ebenfalls Anthropologin und beschäftigte sich in ihrer Arbeit mit den Unterschieden zwischen den Geschlechtern. Bateson hingegen fokussierte sich nicht auf die Typologisierung der Unterschiede der Geschlechter, sondern vielmehr auf die Entstehung der Geschlechterstereotype. Hier konnte er sehr viel Wissen durch die Beobachtung der Iatmul gewinnen. Daraus entwickelte sich das Konzept der „Schismogenese“. Das Konzept hatte es als Ziel eine Erklärung über die Entstehung der kulturellen Ideale und deren Reproduktion zu finden. Nach seiner These sind es nicht angeborene Charaktereigenschaften, welche eine Auswirkung auf das individuelle Verhalten haben, sondern vor allem die menschlichen Beziehungsdynamiken und Interaktionen, die sich wechselseitig beeinflussen. Dieses Konzept hatte auch eine große Auswirkung auf die persönliche Vorstellung von Bateson in Bezug auf die Entwicklung und Entstehung von Krankheiten. 1933 kehrte Bateson nach England zurück und fing damit an seine Forschungsergebnisse zu analysieren und nach wiederkehrenden Mustern bei der menschlichen Interaktion zu suchen. Seinen Versuch über die Erstellung einer universellen, transkulturellen Theorie der persönlichkeitsrelevanten Interaktionsmuster fasste er 1936 in seinem Werk „Naven“ zusammen.

Margaret Mead und Bateson verband nicht nur das berufliche Interesse, sondern sie fanden auch auf der Beziehungsebene zueinander, wurden ein Paar und heirateten. 1936 führte sie eine gemeinsame Reise nach Bali. Hier forschten sie über die Sozialisierungsprozesse der Balinesen und sie erkannten eindeutige Unterschiede im Vergleich zu den Ergebnissen der Iatmul. Die Ergebnisse waren unterschiedlich, da die Balinesen einen sehr großen Wert auf ein harmonisches Leben legten und jede Form von Höhepunkten, die zu einem Ungleichgewicht im Alltag führen könnten, vermeiden. 1940 veröffentlichte er aus diesen neuen Erkenntnissen heraus „Balinese Charakter“.

Fortan beschäftige sich Gregory Bateson vor allem mit den Themen Kommunikation und sozialen Lernprozessen. Sein Interesse an der Anthropologie schwand. Vielmehr konzentrierte es sich auf die Erkenntnisse der Lerntheorien der Verhaltenswissenschaften. Er beschäftigte sich mit der Theorie der Konditionierung von Pawlow oder der Theorie der negativen und positiven Verstärker im Konditionierungsprozess von Skinner. Seine Erkenntnis daraus war, dass Lernprozesse kumulativ sind. Man lernt im Laufe der Zeit nicht neue Verhaltensmuster, sondern man lernt im Laufe der Zeit auch zu lernen. Diese intensive Auseinandersetzung mit den zirkulären Lernprozessen führte Bateson anschließend zur Kybernetik. Die Entstehungsgeschichte der Kybernetik hat ihren Ursprung in der Mitte des 20. Jahrhunderts und fing mit dem Vergleich der mechanischen Feedback-Schleife eines Luftabwehrgeschützes mit dem menschlichen Nervensystem an. Der Mathematiker Norbert Wiener ging davon aus, dass die Auswirkungen von automatischen Aktionen ausgewertet werden und sich als Reaktion darauf das zukünftige Verhalten verändert. Er bezeichnet es als einen Lernprozess innerhalb des Systems. Durch sein Interesse an der Kybernetik wurde Bateson zu zahlreichen transdisziplinären Kongressen eingeladen. Es ist vor allem Bateson zu verdanken, dass die Konzepte der Kybernetik zur Anwendung in der Humanwissenschaft, mit dem Schwerpunkt der Psychiatrie, gekommen sind.

Nach der Trennung von seiner Frau, Margaret Mead, zog es ihn nach San Francisco. Hier schloss er sich der Palo Alto Gruppe an. Zu dieser Zeit startete auch die Zusammenarbeit mit Jürgen Ruesch, einem bekannten Psychiater. Gemeinsam verfolgten sie das Ziel, eine allgemeingültige Theorie zu psychiatrischen Phänomenen und zur menschlichen Kommunikation unter dem Blickwinkel der Kybernetik aufzustellen. In diesem Zusammenhang entstand das Double-Bind-Konzept. Dieses Konzept beschäftigt sich mit der Erforschung von schizophrenen Phänomenen und geht davon aus, dass das Treffen von widersprüchlichen Aussagen im familiären Umfeld von betroffenen Personen negative Folgen haben könnte. Kommunikative Störungen, die innerhalb einer Familie auftreten, werden so als Ursache für psychopathologische Phänomene gesehen. Um die double-bind Beziehung besser zu erforschen und konkrete Strategien für die Veränderungsarbeit zu erfassen gründeten Virginia Satir, Jules Riskin und Jackson 1958 das MSI – Mental Research Institute – in Palo Alto. Bateson stand zunächst als Berater zur Seite, bis er sich 1963 zurückzog. Er entdeckte eine neue Leidenschaft, die Leidenschaft zur Delfinforschung und konzentrierte sich auf die Kommunikation zwischen Delfinen. 1967 war Bateson in die Kongressplanung eines Kongresses, der sich mit dem Umwelteinfluss von menschlichen Denkgewohnheiten beschäftigte, involviert. So wurde er unfreiwillig zu einer Ökologie-Ikone seiner Zeit.

Ab 1972 hatte er einen Lehrstuhl an der Universität von Kalifornien in Santa Cruz inne. Hier kam es auch zur Begegnung mit Richard Bandler und John Grinder. Er machte sie mit Milton H. Erickson bekannt, welcher wichtige Grundlagen für das NLP beisteuerte.

Seine letzten Lebensjahre führen ihn wieder zurück zu seinem beruflichen Ursprung, zur Zoologie. 1980 starb Gregory Bateson an den Folgen von Lungenkrebs.

Biografie von Milton H. Erickson

1901 wurde Milton H. Erickson in den USA im Bundesstaat Nevada geboren. Von Geburt an litt er unter Tontaubheit, Farbenblindheit und war Legastheniker. Nach dem Ende der High-School 1919 erkrankte Erickson an Kinderlähmung und fiel in ein Koma. Als er aus dem Koma erwachte, hatte er seine komplette Körperwahrnehmung verloren und war vollständig gelähmt. Durch konsequentes Training und einer langen Therapie verbesserte sich sein Zustand. Er lernte wieder sich zu bewegen und zu laufen und schaffte es sogar ein College zu besuchen. Bereits am Anfang seines Studiums kam er mit Hypnose in Berührung und fing damit an Menschen selbst zu hypnotisieren. Nach dem Abschluss seines Studiums wurde er zum leitenden Psychiater an der Abteilung für Forschung des Worchester State Hospitals.

1947 kam es aufgrund einer Pollenallergie zu einem gesundheitlichen Rückschlag. Er wurde von etlichen Zusammenbrüchen und starken Muskelschmerzen geplagt, was schließlich zu einem Umzug führte. In seiner neuen Heimat, Phoenix in Arizona, eröffnete er seine eigene Praxis. 1953 kam es zu einem erneuten gesundheitlichen Tiefschlag, er erkrankte erneut an Kinderlähmung und hatte immer wieder mit Krankheitsschüben zu kämpfen.

1957 wurde von ihm die „Amerikanische Gesellschaft für Klinische Psychologie“ gegründet und aufgrund seiner Initiative „The American Journal of Clinical Hypnosis“, ein wiederkehrendes Fachjournal gedruckt. Erickson war Co-Autor von fünf Bücher und Autor von über 130 Aufsätzen. Er verstarb im März 1980 nach einer langjährigen Leidenszeit.

Bis heute gilt Milton H. Erickson als der bedeutungsvollste Hypnotherapeut des 20. Jahrhunderts.

Biografie von Robert Dilts

Am 21. März 1955 wurde Robert Brian Dilts in den USA geboren. Er absolvierte ein Studium der Verhaltenstechnologie an der kalifornischen Universität und bekam 1977 ein Stipendium für die Erforschung der Augenbewegungen in Verbindung mit den Gehirnfunktionen. Im Bereich des NLP ist er als Trainer, NLP-Berater und Buchautor in der englischen Sprache aktiv. Dilts entwickelte das NLP von Grinder und Bandler weiter und ist maßgeblich an der Verbreitung des NLP beteiligt.

Bekanntheit erlangte Dilts vor allem mit seiner Ausführung der neurologischen Ebenen, die noch heute in der NLP-Practitioner-Ausbildung trainiert werden. Außerdem erforschte Dilts noch weitere Modelle wie die Walt-Disney-Strategie oder das Albert-Einstein-Modell, welche noch heute im NLP zur Anwendung kommen.

Seit 1975 ist Robert Dilts als Trainer aktiv und war an der Mitentwicklung von zahlreichen Modellen beteiligt. Einige dieser Modelle sind:

  • Das Sleight of Mouth–Modell
  • Das SCORE-Modell
  • Das Modell der neurologischen Ebenen im NLP
  • Das Meta-Mirror-Format

Bis heute ist Robert Dilts als internationaler Praktiker, Trainer und Entwickler anerkannt und gilt als erfolgreicher Coach für zahlreiche Berufszweige.

1981 entwickelte Dilts bis heute gültige NLP-Konzepte, die für Fortbildungen, für die Ausbildungen und persönliche Weiterentwicklung im NLP wichtig sind.

1982 war er Mitgründer des Dynamic Learning Center.

1991 gründete er gemeinsam mit Theresa Epstein und Judith DeLozier die NLP-Universität, die Akademie für Verhaltenstechnologie und veröffentlichte drei Publikationen zum Thema Dynamic Learning.

1994 arbeitete er mit Suzi Smith und Tim Hallbom zusammen und gründete das IASH – das Institute for Advanced Studies of Health. Das Institut beschäftigt sich mit der Anwendung von NLP-Methoden im Gesundheitsbereich und bietet zertifizierte NLP-Trainings für Ärzte an.

Außerdem ist Robert Dilts auch Mitgründer des Gerätes zur Biofeedbackmessung. Das Gerät kann zur Überwachung und Aufzeichnung von der Körpertemperatur, der Herzfrequenz und des Unterschieds zwischen der rechten und der linken Körperhälfte eingesetzt werden. Dabei versucht es, die Nervensystemaktivitäten mithilfe künstlicher Intelligenz zu messen und passende NLP-Methoden einzusetzen. Ziel ist es, die persönliche Leistung und das Lernen des Menschen zu steigern und dabei einen optimalen Gesundheitszustand zu erreichen.