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Robert Betz im Exklusivinterview: “Die Wut will fließen!”

"Wut ist Ohnmacht", sagt Robert Betz

“Wut ist Ohnmacht”, sagt Robert Betz

Das Selbstcoaching Magazin traf Robert Betz in Göttingen und sprach mit ihm über die Wege aus der Wut, das Kind in uns, Voodoo-Puppen und Arsch-Engel. Ganz offen erzählt der deutsche Psychologe von seiner nicht wut-freien Kindheit, von seinen Panikattacken und seinem Herzensweg.

Wut ist explosiv, fatal und unaufhaltsam. Wo wir Ärger und Zorn noch zurückhalten können, platzt die Wut aus uns heraus wie Hulk aus seiner Kleidung. Warum eigentlich?
Wir werden wütend, wenn wir uns hilflos und ausgeliefert fühlen, wenn wir meinen, nichts tun zu können, um eine Situation zu ändern. Wut geht immer mit Ohnmacht einher – ein Gefühl, das wir aus unserer Kindheit gut kennen, als die Eltern über den Großteil unseres Lebens bestimmten.

Was können wir tun, wenn uns jemand zur Weißglut treibt?
Bevor es knallt, sagen Sie: „Ich könnte dich umbringen – aber ich brauche jetzt erst einmal Zeit für mich.“ Dann gehen Sie raus, machen einen Spaziergang oder gehen aufs Klo, falls Sie gerade in der Firma sind. Atmen Sie ein paar Minuten tief durch, kommen Sie zur Ruhe. Sie können auch innerlich eine Kerze aufstellen, die auf Höhe des Herzens brennt, um in ihre eigene Mitte zurück zu finden.

Dann ist die Wut weg?
Nein, aber auch nicht unterdrückt. Wenn Sie es schaffen, können Sie die Wut direkt ansprechen und sagen: „Du bist meine Wut. Du darfst da sein. Ich selbst habe dich erschaffen.“ Wenn es geht, sagen Sie dazu „Ich liebe dich“, aber das schafft nicht jeder am Anfang.

Kann ich nicht einfach in einen Boxsack schlagen?
Können Sie schon, aber Holzhacken, Boxsäcke und Voodoo-Puppen sind reine Hilfsmittel. Sie nehmen den Druck raus und lenken uns ab, aber sie verwandeln die Wut nicht.

Und wenn ich meine Wut einfach herausschreie?
Nun, die meisten Menschen wollen die Wut einfach loswerden, weil sie ihnen unangenehm ist. Bloß dann sagt die Wut: „Du willst mich loswerden? Dann bleibe ich um so mehr!“ Wenn wir erst einmal verstanden haben, dass es das eigene innere Kind ist, das wütet, haben wir schon fast gewonnen.

Wie das?
Als wir klein waren, bekamen wir oft Sätze zu hören wie „Sei nicht so laut! Sei nicht so wild! Sei nicht so faul, verträumt, schmutzig…“ Daraus haben wir geschlossen, dass wir nicht in Ordnung sind, wie wir sind. Wir dachten „Ich muss besser werden“ oder „Ich muss es schaffen“. Wir haben begonnen, unsere Wut zu unterdrücken – als Strategie, um von den Eltern angenommen und geliebt zu werden. Doch da beginnt die Selbstverurteilung des Kindes: Es denkt schlecht über sich selbst und verurteilt die eigene Angst, Trauer und Wut.

Was können Eltern tun?
Sie sollten zunächst ihre eigene Wut klären und Verantwortung für ihre Gefühle übernehmen. Denn alle Eltern sind auch verletzte Kinder. In Jedem von uns steckt ein inneres Kind voller Gefühle, die es nicht zeigen durfte und für die es keine Anleitung gab. Gefühle zu fühlen und anzunehmen geht zum Beispiel über Meditationen, wie „Befreie und heile das Kind in dir“ oder „Besuche und verwandle das kleine Mädchen in dir.“ Wichtig ist auch, den eigenen Eltern zu vergeben und zu sagen: „Du warst die beste Mama oder der beste Papa, den ich haben konnte.“ Nur so kommt Frieden ins Herz.

Und dann?
Eltern müssten darauf achten, das Kinder ihre Wut nicht unterdrücken, sondern ausleben und ihnen zu verstehen geben: Ich liebe dich auch mit deiner Wut. Das Kind würde sich freuen, weil es auch mal laut und wütend sein darf, ganz normal eben. Wut ist ein kraftvolles Gefühl. Wenn wir es mit Liebe zulassen würden und damit spielerisch umgehen könnten, hätten wir eine ganz andere Gesellschaft.

Stattdessen haben wir eine Gesellschaft voller Arsch-Engeln.
Haha! Na ja, Arsch-Engel sind Menschen, die unsere Knöpfe drücken, die wissen, wo die wunden Stellen sind. Ich sage sogar: Arsch-Engel sind die wichtigsten Menschen in unserem Leben – wichtiger als die, die immer nett zu uns sind. Denn sie helfen uns, zu wachsen und zu klären. Wenn uns jemand belügt, betrügt oder verletzt, dann zeigt das, dass in uns eine Wunde ist, die geheilt werden will. Solange wir mit Wut herumlaufen, werden wir auch auf Menschen treffen, die diese Wut hoch holen. Die Wut wird so lange angetickert, bis wir sie anerkennen, fühlen und Verantwortung übernehmen. Arsch-Engel sind also sehr segensreich.

Robert Betz

Und wenn ich keine Lust auf Arsch-Engel habe und meine Wut chronisch unterdrücke?
Nun, Gefühle sind Emotionen, die fließen wollen. Deshalb heißen sie ja auch E-Motions. Können sie das nicht, stauen sie sich im Körper und wir werden krank.

Wie drückt sich das aus?
Bei Frauen kann unterdrückte Wut zu Migräne führen. Weil sie als kleine Mädchen nicht so laut sein durften wie die Jungen, haben sie sich den Kopf zerbrochen, wie sie aus der Situation herauskönnen. Aber Wut kann man nicht denkend lösen. Wird die Wut unterdrückt, können sich Mädchen also nicht mehr richtig artikulieren. Ihr Hals verschließt sich, weshalb es so viele Frauen mit Schilddrüsenproblemen gibt. Wut manifestiert sich auch in den Muskeln, besonders in den Unterarmen, als wollten Sie zuschlagen, dürfen es aber nicht.

Wenn wir Ärger und Wut schlucken, beginnt der Magen Säure zu produzieren, es kommt aber nichts zum Verdauen und Verbrennen. Machen wir das häufiger, übersäuert der Magen und die Magenschleimhaut wird angegriffen, was zu Magengeschwüren führen kann. Bei vielen Menschen ist der gesamte Körper übersäuert.

Noch eine persönliche Frage, Herr Betz: Waren Sie ein wütendes Kind?
Ich war ein sehr braves Kind. Meine Strategie war die Anpassung. Ich war das fünfte Kind, wurde katholisch erzogen, war Messdiener und ein Mama-Bub. Mit 10 Jahren bin ich ins Kloster nach Holland gegangen.

Also ist Wut für Sie gar kein Thema.
Oh doch! Absolut! Für jeden ist Wut ein Thema. Der brave, angepasste Junge macht das auch nur so lange, bis er ausflippt und richtig wütend wird.

Wann war es bei ihnen soweit?
Nun, ich bin aus dem sehr angepassten katholischen Milieu mit 21 raus, aber Liebe und Akzeptanz waren immer mein Thema. Mit 40 bin ich nachts in Panikattacken geraten.

Und dann?
All das hat mich zu meinen Gefühlen zurückgeführt, zur Hilflosigkeit der Psychologie. Ich bin dann zwei Monate in der Eifel wandern gegangen, um meinen Herzensweg zu finden. Dann habe ich meine Frau verlassen, den Job und die Stadt. Was krass klingt, war irgendwie auch sehr heilsam. Ich war nur noch für mich zuständig.

Wie ist es heute?
Ich bin viel gelassener geworden. Im vergangenen Jahr funktionierte bei einem Vortrag die Anlage nicht und ich sagte zu meinem Kollegen aus Spaß: „Heinz, ich nagele dich ans Kreuz!“ Das konnten einige nicht als Spaß identifizieren… Nun ja, dieses Jahr ist die Anlage wieder ausgefallen und ich bin gelassen, ruhig und entspannt geblieben. Da dachte ich nur: Cool, es hat sich was geändert.

Ein Tipp zum Schluss?
Das Herz ist der beste Coach! Bleiben Sie, wo Sie sind und bis sie ihren Herzensweg nicht gefunden haben, bleiben Sie ruhig sitzen.

Robert T. Betz, Jahrgang 1953, ist ein deutscher Psychologe und Autor. Betz entwickelte die sogenannte „Transformations-Therapie“. Er lebt in München und auf Lesbos. Weitere Information zu seiner Arbeit gibt es auf www.robert-betz.de.


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Perfekt präsentieren mit Up- und Downtime

Perfekt präsentieren: Sprichst du vor Menschen, ist die wichtigste Voraussetzung für eine gute Präsentation, dass du möglichst viele Zuhörer abholst. Das bedeutet, dass ihre Aufmerksamkeit auf dich gelenkt wird, auch wenn ihr Fokus und ihre Gedanken anfänglich auf anderen Themen liegen.

Ein Artikel von Benedikt Ahlfeld

Ob jemand aufmerksam ist oder abgelenkt, erkennst du sehr schnell an der Physiologie. Hier ist natürlich wichtig, dass du deine Hörer im gesamten Verlauf beobachtest und nicht nur ausschnittweise. Ein geübter Sprecher hat den eigenen Fokus größtenteils auf das Publikum gerichtet und ist weniger mit sich selbst beschäftigt. Das kommt natürlich mit der Übung und wird dir erleichtert, wenn du gute Workshops besuchst, die speziell diese Fähigkeiten trainieren. Eine der Empfehlungen aus solchen Seminaren ist die Arbeit mit Blicksprüngen. Je mehr Menschen du während deines Vortrages in die Augen siehst, desto mehr werden dir aktiv zuhören. Denn jedes Mal, wenn sich zwei Blicke treffen, wird der Fokus geschärft und der Zuhörer zum aktiven Mitdenken aufgefordert. Dies bestätigt sich meist durch ein unbewusstes Nicken, das der andere dann relativ häufiger ausübt als sonst.

Spezial-Trick: Hebe beide Augenbrauen, wenn du von deinem Gegenüber eine Reaktion wünscht. Auf diese Mimik reagieren nahezu alle Menschen gleich: Sie fühlen sich direkt angesprochen und haben nun ihren Fokus auf dich gerichtet.

Vor kleineren Gruppen empfiehlt es sich, jedem für ein paar Sekunden in die Augen zu schauen und dann zum Nächsten zu schweifen. Du kannst auch zwischen den Reihen oder vom linken ans rechte Ende springen, denn wenn du für längere Zeit immer wieder monoton von links nach rechts blickst, wirkt dies mit der Zeit mechanisch, stereotyp. Besser ist es, jene abzuholen und mit deinem Blick einzufangen, die gerade dabei sind, etwas abzudriften. Das setzt voraus, dass du deine Wahrnehmung erweiterst und den Unterschied zwischen Uptime und Downtime kennst, zwei Grundbegriffe im NLP die aus dem Bereich Public Speaking, also Sprechen und Präsentieren vor Menschengruppen, kommen..

In Uptime ist die Aufmerksamkeit nach außen gerichtet, auf das Geschehen rund um uns und die Umwelt, in diesem Fall auf den Vortragenden. Es gibt keinen (durchgängigen) inneren Dialog, bildliche Vorstellungen oder emotionale Anspannung. Das gesamte sensorische Gewahrsein ist auf die äußere Umgebung im Hier und Jetzt konzentriert. Die Zustände der Meditation, des Gebets und der Selbsthypnose ähneln denen der Uptime, insofern für sie alle Folgendes charakteristisch ist:

  • der Gebrauch der peripheren Sehfähigkeit (im Gegensatz zur zentralen bzw. mittigen)
  • Fokussieren auf äußere Geräusche (und das Fehlen eines inneren Dialogs)
  • eine entspannte Physiologie (keine übermäßige emotionale oder körperliche Anspannung)

Downtime beschreibt den Zustand des nach innen gerichteten Fokus, wenn wir inneren Dialog führen oder vor uns hin träumen. Träumen, ein Zustand veränderten Bewusstseins oder ein „anders als bewusster Zustand“, kann ebenfalls als Intensivierung der Denk- und Lernprozesse und zur Revision und Integration neuer Informationen genutzt werden. Du kannst dir mit Hilfe deiner Träume deine Erlebnisse an einem bestimmten Tag vergegenwärtigen, verbunden mit der Absicht, die am betreffenden Tag positiven Aspekte zu erforschen, und/oder, dir darüber klarzuwerden, was du in Zukunft anders machen willst und wie. Träumen kann helfen Antworten auf Fragen zu finden,  denn das Unbewusste denkt nicht wie dein Bewusstes, sondern es verarbeitet, indem es Beziehungen und Muster beeinflusst. Das Unbewusste arbeitet meist metaphorisch, besonders in echten Träumen, und lernt deshalb auch besser durch Metaphern und Anekdoten.

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Meistens wechseln sich diese Phasen der Up- und Downtime kontinuierlich ab, was sich ebenfalls die Gesprächshypnose zu Nutze macht. Natürlich können wir unsere Aufmerksamkeitsstärke selbst steuern: bei einem spannenden Film sind wir stärker aufmerksam als bei einer langweiligen Radiosendung. Es ist normal und wichtig, dass kurze Downtime Phasen beim Publikum auftreten, da hier über den Inhalt reflektiert wird. Dauern diese jedoch länger an und schweifen die Gedanken der Zuhörer ab, hat dies für den aktuellen Vortrag nicht ganz so gute Folgen, da die Wirkung abgeschwächt wird und der Eindruck beim Plenum entsteht, der Inhalt der Präsentation sei langweilig.  Dazu kommt noch, dass wichtige Information, die wir geben, während das Publikum in Downtime ist, wenig bis gar nicht verarbeitet wird und damit schlichtweg die Botschaft nicht ankommt! Setz wichtige Informationen also in Uptime und wiederhole sie bestenfalls mehrmals, um möglichst alle Zuhörer zu erreichen. In diesem Zustand lernen Menschen besser und schneller, weshalb Uptime auch als wichtige Voraussetzung für ressourcenreiche Zustände gilt.

Diese gesteigerte Fremd- und Selbstwahrnehmung erfordert vom Sprecher eine beständig hohe Uptime, die Sportler auch unter dem Begriff der Vigilanz kennen: eine hohe Konzentration und Sinnesschärfe über lange Zeiträume hinweg, so wie es beispielsweise beim Tischtennis essentiell ist.

Bei größeren Gruppen wird es natürlich immer schwieriger, mit allen Anwesenden direkten Blickkontakt zu halten – dies wird aber meist gar nicht von den Teilnehmern erwünscht. Deshalb bedienst du dich einer Technik für Blicksprünge, wie sie im NLP Trainer-Training von Dr. Richard Bandler gelehrt wird. Bei Gruppengrößen ab dreißig bis vierzig Personen unterteilst du die Gruppe in mehrere Zonen:  Vier Zonen an jedem Eck und eine in der Mitte. Du springst nun diagonal zwischen den Zonen, um möglichst oft jede Zone zu passieren und dazwischen verweilst du für einige Sekunden in jeder Zone und schweifst mit deinem Blick umher, um in der Zone möglichst viele Menschen abzuholen; ein Gießkannenprinzip also, das ausgezeichnet funktioniert.

Übung: Augenkontakt

Was du dazu brauchst: Genügend Sessel und Menschen, um ein Publikum zu haben (zumindest ein kleines).

Der Sinn dahinter: Fühlen sich alle angesprochen, – wird dein Vortrag phänomenal! Du bekommst ein Gefühl dafür, dein Publikum zu begeistern.

Was zu tun ist: Eine Übung, wie sie Keith Johnstone, der Gründer des Impro-Theaters, in seinen Kursen lehrt, ist sehr hilfreich für die Wahrnehmung des Up- und Downtime Zustandes der Zuhörer. Bitte drei bis fünf Freunde oder Kollegen, sich in einem Halbkreis vor dich zu setzen und erzähle eine Geschichte. Der Inhalt ist jetzt noch nicht wichtig, denn du achtest erst einmal auf die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Diese signalisieren dir durch Blickkontakt, dass sie dir folgen. Um dies zu tun, strecken sie den Arm nach oben, sobald sich eure Blicke treffen. Springst du zum Nächsten, dessen Arm nun nach oben schnellt, beginnt bei allen anderen der Arm langsam nach unten zu sinken – bis du wieder Augenkontakt herstellst. Solltest du auf einen Zuhörer vergessen, dessen Hand ganz unten ankommt, wird dieser das mit einem lauten „Beep Beep Beep“ signalisieren, damit du ihn wieder ansiehst. Du wirst bemerken, dass es viel Konzentration erfordert, über nur wenige Minuten hinweg konstant Augenkontakt mit nur vier Zuhörern zu halten, ohne einen Warnton zu hören und zeitgleich nicht im Inhalt zu stocken. Diese Übung kannst du weiter ausbauen, indem du mehr Zuhörer hast, einen Vortrag mit echtem Inhalt präsentierst und sich die Arme der Zuhörer schneller nach unten bewegen.

Körpersprache & NLP (eBook)

Reflexion: Ist es dir gelungen, alle Personen anzusprechen? Wie hast du dich bei dieser Übung gefühlt? Wie war das Feedback, das du von deinem Publikum erhalten hast?

 

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Die Tipps aus diesem Artikel entstammen dem Buch von Benedikt Ahlfeld. 

 

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NLP Ziele

NLP Ziele zeigen:

Nur eines macht ein Traumziel unerreichbar – die Angst vor dem Versagen.

Paulo Coelho

Ein Gastartikel von Carsten Gramatke.

Zu Beginn ihres hervorragenden Buches “Neurolinguistisches Programmieren: Gelungene Kommunikation und persönliche Entfaltung” schreiben Joseph O’Connor und John Seymour:

“Wenn NLP je in einem Drei-Minuten-Seminar vorgestellt werden müsste, ginge dies ungefähr folgendermaßen. Der Vortragende käme hereinspaziert und würde sagen: “Meine sehr geehrten Damen und Herren, um im Leben erfolgreich zu sein, brauchen Sie sich nur drei Dinge zu merken.

Erstens: Machen Sie sich klar, was Sie wollen; behalten Sie in jeder Situation eine klare Vorstellung von Ihrem Ziel.

Zweitens: Seien Sie wachsam und halten Sie Ihre Sinne offen, so dass Sie wahrnehmen, was Sie bekommen.

Drittens: Haben Sie die Flexibilität, das, was Sie tun, so lange zu verändern, bis Sie das bekommen, was Sie wollen.”

Dann würde er an die Tafel schreiben:  ZielWahrnehmungFlexibilität

Und er würde den Raum verlassen. Ende des Seminars.”

Dies ist sicher eine deutliche Reduktion dessen, was NLP ist und doch sind es gerade die Aspekte Zielorientierung, Wahrnehmung und Flexibilität, die viele Menschen am NLP schätzen. In den 70er Jahren war der größte Teil der Therapie vergangenheits- und problemorientiert – nicht wirklich anders war es in den Bereichen Führung und Politik. NLP legte den Fokus auf Ressourcen und Ziele, im Gegensatz zur Ursachen oder Vergangenheitsorientierung. Das war für viele Menschen eine ganz neue Welt.

NLP Ziele

Kurz gesagt ist ein Ziel ein zukünftiger, wünschenswerter Zustand, zu dessen Erreichung wir Ressourcen benötigen. Im Gegensatz zu Werten und Gewohnheiten (dazu mehr in der nächsten Ausgabe) liegen Ziele in der Zukunft. Optimaler Weise folgen die Ziele übergeordneten Werten. Ähnlich einem Kompass zeigen die Werte die Richtung an, in die es geht.  Ziele sind die Stationen auf dem Weg. Auf diese Weise ergibt das Leben einen Sinn, da die Punkte zusammenhängen.

„Ein Problem ist ein Ziel, das auf dem Kopf steht.“ –  Seymour & O’Connor

Wünschen – wollen – planen – handeln – haben!

Der Wunsch steht am Anfang, doch bedenke Wünsche sind noch keine Ziele, denn es fehlt die unbedingte Entscheidung. Viele Menschen wären gern schlank und gesund, besäßen gern viel Geld, ein schönes Haus und hätten gern eine erfüllende spannende Beziehung…  Aber bei vielen Menschen sind das bestenfalls Wünsche, keine Ziele! Zu einem  Ziel werden diese durch eine Entscheidung!

An Zielen kann man scheitern, an Wünschen nicht. “Ich möchte/würde gern…” ist kein Ziel! Und „Ich versuche mal…“ ist keine entschiedene Vorgehensweise.

“A goal is a dream with a deadline!” Napoleon Hill

Vom Wünschen zum Wollen kommt man also durch eine Entscheidung, durch unbedingte Motivation. Fehlt diese hört ein Mensch beim ersten „Gegenwind“ auf sein „Ziel“ zu verfolgen. An dieser Stelle ist es hilfreich sowohl mit hin-zu-Motivation (das schöne Ziel und was dadurch ermöglicht wird) als auch mit weg-von-Motivation (Unerträglichkeit des gegenwärtigen Zustandes) zu arbeiten.

Wenn Du Dein Ziel die letzten Jahre vernachlässigt hast, hat Toni Robbins 4 Fragen für Dich:

  1. Was hattest Du in den letzten 3 Jahren davon, Dein Ziel NICHT umzusetzen?
  2. Was hätte es Dich gekostet (finanziell, emotionell, …) Dein Ziel umzusetzen?
  3. Was wird es Dich kosten, Dein Ziel weiterhin nicht umzusetzen (zusammengefasst für die nächsten 3 Jahre)?
  4. Was wird es Dir bringen, wenn Du Dein Ziel jetzt umsetzt (zusammengefasst für die nächsten 3 Jahre)?

Und auch, wenn manche sagen, es reicht aus etwas nur ganz stark zu wollen, so scheint es doch nicht zu schaden einen Plan zu haben… Planen ist die dritte Phase auf dem Weg zum Ziel. Ein guter Plan kann verändert werden, wenn sich die Umstände ändern. Zu einer guten Zielformulierung gehört, dass das Ziel konkret und positiv formuliert ist und im eigenen Handlungsraum liegt. „Mein Chef soll aufhören mich schlecht zu behandeln!“ ist kein Ziel im NLP, das ist bestenfalls ein schlecht formulierter Wunsch.

Einen Plan zu haben ist schon einmal sehr gut. Leider scheitern viele Menschen an dem nächsten Schritt. Sie wüssten zwar, wie es geht, aber sie „gehen“ nicht los… Phase 4 ist Handeln und dranbleiben bis das Ziel erreicht ist. Hier geht es vor allem darum eine ausreichend starke Handlungsmotivation aufzubauen und aufrecht zu erhalten. Oft ist diese Stelle  mit Angst vor dem Scheitern und auch mit  Angst vor der Zielerreichung verbunden. NLP bietet  hier eine Vielzahl von unterstützenden Formaten  wie z.B.  Reframing, Submodalitätenarbeit, Hypnose und Motivationstechniken .

NLP Ziele

Zwei Tragödien gibt es im Leben eines Menschen: Die eine, nicht zu bekommen, was das Herz sich wünscht, die andere, es zu bekommen. –  George Bernard Shaw

Haben – auch das ist nicht so einfach. Kennst Du auch Beziehungen, die ein gemeinsames Ziel zusammengehalten hat und dann, mit Erreichung des Ziels (z.B. das eigene Haus), zerbrach die Beziehung. Das gibt es öfter als man zunächst denkt. Auch für einen Menschen ganz persönlich kann  die Zielerreichung die Erfahrung plötzlicher Leere bedeuten.

Damit ein Ziel keine unerwünschten Nebenwirkungen hat, sind zwei Punkte empfehlenswert.

  1. Meide Punktziele, bevorzuge Prozessziele. Ein Punktziel ist der Kauf eines Hauses, ein Prozessziel ist das Leben an einem wunderschönen Ort.
  2. Was ist das Ziel, das hinter dem Ziel sichtbar wird? Was wirst Du tun, wenn Du Dein Ziel erreicht hast?

Vielleicht hast Du schon einmal von John Goddard gehört. Als er 15 Jahre alt war, schrieb er  eine Liste mit 127 Zielen , die ihm wichtig waren Bereits 40 Jahre später hatte er über 100 dieser Ziele erreicht. Hier findest Du seine Liste:  www.johngoddard.info/life_list.htm

Er sagte: “Als ich 15 war schienen sich alle Erwachsenen, die ich kannte, zu beschweren, »Ach, hätte ich nur dieses oder jenes getan, als ich noch jünger war. « Sie ließen ihr Leben dahinfließen. Ich war mir sicher, wenn ich mir einen Plan machte, würde mein Leben voller Begeisterung, Spaß und Erkenntnis sein.”

John wusste, um erfolgreich zu sein brauchte er von niemandem eine Erlaubnis. Er entschloss sich damals, das Drehbuch seines Lebens zu schreiben und sich von niemandem Begrenzungen einreden zu lassen.

Und an dieser Stelle noch ein Warnhinweis: Das Verfolgen von Zielen ist eine prima Sache, wenn man dabei die Gegenwart nicht aus den Augen verliert. Sonst nützt Dir kein Ziel der Welt etwas! Toni Robbins wies schon vor vielen Jahren darauf hin, dass zu einem glücklichen Leben sowohl die Wissenschaft der Zielerreichung (Science of Achievement) als auch die Kunst der Erfüllung (Art of Fulfillment) gehört. Vermutlich würde die Kunst der Erfüllung sogar bereits genügen…

Carsten Gramatke (Coach und Lehrtrainer, DVNLP) gründete im März 2006 das NLP Wiki NLPedia (www.nlpedia.de) mit inzwischen über 300 NLP Artikeln. Im Jahr 2008 startete er gemeinsam mit Markus Melzer das NLP-Portal (www.nlpportal.org ). Das Ziel des NLP Portals ist es, möglichst viele NLP-Aktivitäten (NLP-Wiki, Trainersuche, Blog, Peergroupsuche, …) auf einer Seite zusammenzubringen. Er lebt in Berlin und Fehmarn und gibt an verschiedenen Ferienorten in Europa NLP-Trainings.

 

Lach doch mal!

Dein Lächeln ist dein größtes Kapital, das wissen unsere Kinder schon, ohne dass wir es ihnen je gesagt haben. Warum also nicht einfach öfters lächeln? [Read more…]