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ZHI Blog & Aktuelle News

ZHI Blog & Aktuelle News - Seite 42

Worauf es an Weihnachten wirklich ankommt

Alle Jahre wieder, wenn wir in den vorweihnachtlichen Stress verfallen und von der der besinnlichen Zeit nicht viel zu spüren ist, ist die Zeit gekommen um inne zu halten und zu überlegen, worauf es zu Weihnachten tatsächlich ankommt… Für Papa eine Espressomaschine mit Diamantbesatz (10 000 Euro), für Mama einen Computer mit Goldüberzug (15 000 Euro) und für die Tochter eine Barbie in Versage (40 000 Euro) – O du fröhliche Konsumzeit! Das Budget von Otto Normalverbraucher liegt bei 241 Euro und der deutsche Handel macht an Weihnachten knapp 14 Milliarden Euro Umsatz. Zahlen über Zahlen – Bist du eigentlich schon in Weihnachtsstimmung? Wenn morgen alle Kalendertürchen offen stehen wie die Münder der Kinder, dann ist es soweit: Geschenke werden getauscht und ausgepackt, kleine und große Freuden liegen im Raum. Und ja: Schenken macht Spaß! Wurde früher der Weihnachtseinkauf zumindest noch zelebriert, findet heute alles unspektakulär vor dem Computer ab. Einfach die handgeschriebene Wunschliste der Kinder zur Hand nehmen (oder wurde diese vielleicht sogar schon durch eine Whatsapp Nachricht ersetzt) und dann wie bei einer Checkliste Punkt für Punkt abarbeiten.

Aber für den echten Weihnachtsmann ist all das nur Vorgeplänkel. Geschenke hin, Geschenke her. Erwartungen hin, Erwartungen her. Für den echten Weihnachtsmann zählt, was bleibt, wenn alle Präsente unterm Baum verteilt sind, wenn die Menschen aus ihrem Konsumtempel kriechen und der Glockenklang wieder lauter schallt als das Kassenklingeln. Alle Geschenke der Welt zusammen könnten seine Sehnsucht nicht stillen: Nach Kerzenlicht, kuscheln und weihnachtlicher Magie. Nach Familie, Rückhalt, Gemeinschaft. Nach Besinnung und Besinnlichkeit, Geborgenheit und Zuwendung.

 

WeihnachtenWenn du an das Weihnachten deiner Kindheit denkst:

Doch was hat dazu geführt, dass sich unser geliebtes Weihnachten über die Jahre so verändert hat? Was hat dazu geführt, dass Weihnachten schon fast seinen Glanz verloren hat? Und wieso sind wir nicht selten am Beginn der Feiertage schon froh, wenn der ganze Trubel endlich vorbei ist? Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, ist nicht unsere Konsumgesellschaft an dieser Veränderung schuld, sondern einzig alleine wir selber. Jeder einzelne von uns! Denn Geschenke hat es immer gegeben. Egal, ob Socken, ein warmer Pullover oder ein neues Handy, es ist das magische Rundherum, auf das wir vergessen haben. Und jedes Jahr aufs Neue immer mehr vergessen. Denk zurück an das Weihnachten deiner Kindheit? Was ist dir davon in Erinnerung geblieben und was haben deine Eltern anders gemacht, als du es heute tust?

Erinnerst du dich eher an das Materielle – Fußball, Nintendo, Schlittschuhe – oder daran, dass du heimlich durchs Schlüsselloch geschaut hast, ob schon Gaben unterm Baum liegen, ans Plätzchenbacken mit Mama und Schneemannbauen mit Papa, an das Leuten der Glocke und an die Spiele mit den Großeltern? Der echte Weihnachtsmann und natürlich auch das Christkind lieben das familiäre Gefühl heiler Welten. Diese kleine, große Idylle. Zeit, sich auf das zu besinnen, was wirklich zählt im Leben … und genau darauf kommt es an! Es gibt kein Weihnachten für alle. Man kann Weihnachten nicht einfach über einen Kamm scheren. Weihnachten ist für jeden etwas anderes. Was verbindest du mit Weihnachten und welches Gefühl von Weihnachten möchtest du deiner Familie mitgeben?

1)Weihnachten ist die Zeit der Einkehr. Gönn dir bis zum Ende des Jahres einen Moment, um genau das zu tun: Kehr in dich ein und denk wirklich über den Sinn des Seins nach. Nimm dir ein weißes Blatt Papier zur Hand und notier dir Stichpunkte zu folgenden Fragen: Woher kommst du? Wie wurdest du zu dem was du heute bist? Welche Ereignisse haben deinen Lebensweg geprägt? Welche Personen haben dich beeinflusst – in der Ausbildung, Zuhause, in der Heimat?

2) Was ist dir wirklich wichtig? Notier drei Dinge, die dir etwas bedeuten – ganz spontan und ohne spezifisch zu werden. Was sind deine Werte? Woran glaubst du? Welche Prinzipien möchtest du nicht über Bord werfen? Wenn alles schief geht, was bleibt dir trotzdem für immer? Dabei handelt es sich um Dinge, die in deinem Inneren zu finden sind. Dinge, die dich und deine Persönlichkeit ausmachen. Dinge, die dir für immer gehören und die dir keiner nehmen kann.

 3) Welche Menschen sind deine persönlichen Hauptdarsteller? Werde zum Regisseur deiner persönlichen Weihnachtsgeschichte. Wie schaut dein perfekter Cast aus? Schreib Personen auf, deren Urteil dir am Herzen liegt und deren Entscheidungen dich prägen. Wen magst du, wen fürchtest du? Wer gibt dir Halt, wer lässt dich regelmäßig fallen? Wer gibt dir, wer nimmt dir Kraft? Bei wem ist es Zeit, dass Sie du oder ihr vergibst? Diese Personenliste soll dir dabei helfen herauszufinden, mit welchen Personen, du dich zu Weihnachten umgeben möchtest. Welche Personen sollen Teil deiner perfekten Weihnacht sein und welche Personen würden dein Weihnachtsbild wieder zerstören. Es gibt keine Regel (auch wenn es in manchen Familien alle Jahr wieder den Anschein hat), die dir sagt mit welchen Personen du dein Weihnachten zu verbringen hast. Einzig alleine du entscheidest darüber, aus wem sich die Hauptdarsteller in deinem perfekten Weihnachtsfilm zusammensetzen.

 

Weihnachten

4) Was drängt dich? Was sind die Themen, die dich fortlaufend daran hindern, über die wirklich wichtigen Dinge nachzudenken?  Wer hindert dich am Träumen? Welche Deadlines hast du im Kopf? Was müsst du tun? Und wann? Mach dir Gedanken darüber, ob du diese Blockaden wirklich hinnehmen musst und willst Versuch für dich Wege zu finden, um dich von diesem Druck zu distanzieren. Wie haben sich diese Situationen aufgebaut? Wie ist es überhaupt dazu gekommen? Und was kannst du machen, um wieder mehr Freiheit für dich zu bekommen.

5) Wovor hast du Angst? Notier Dinge, Umstände, Personen, die dir Sorge bereiten. Es können kleine wie große Befürchtungen aufgeschrieben werden und denk darüber nach, was diese Angst mit dir macht. Ist diese Angst, vielleicht eine treibende Kraft in deinem Leben? Hält dich diese Angst von Dingen ab, die du schon immer tun wolltest? Stell dich deiner Angst und zieh bewusst in den Kampf, um deine Angst Schritt für Schritt zu besiegen und mit einem Leben ganz nach deinen Vorstellungen starten zu können.

6) Schauen dir deine Notizen an! Was fehlt? Welche Themen sind aufgetaucht? Hast du etwas bewusst umschifft? Warst du ehrlich zu dir selbst, oder hast du dich bei der einen oder anderen Frage vielleicht selbst belogen? Gibt es Personen, Träume, Ängste, denen Sie aus dem Weg gehen? Ergänze, wenn nötig, weitere Stichworte, bis du zur letzten Frage kommst: Welchen Weg willst du künftig gehen?

A) Den Weg, den ich schon einmal gegangen bin. – Einen dir bekannten Weg, wo du weißt was dich erwartet und wo du sicher von bösen Überraschungen bist.

B)   Den Weg, der mich lockt. – Einen neuen Weg mit viel Reiz. Einen Weg, der dich ins Unbekannte führt, dich aber magisch anzieht.

C)   Den Weg, den ich mir in meinen kühnsten Träumen ausmale. – Einen Weg mit deinem persönlichen Wow-Faktor. Einen Weg, der dich dabei unterstützt, all deine Träume zu erreichen und endlich Dinge wahrwerden zu lassen von denen du bist jetzt immer nur geträumt hast.

D)   Den Weg, der vernünftig ist. – Einen Weg, den du bloß gehst, weil es der sicherste ist. Einen Weg, den du gehst, weil es jener Weg ist, bei dem du mit der wenigsten Gegenwehr zu rechnen hast. Auch dieser Weg führt zum Ziel, doch ob du darin dein Glück findest ist fraglich.

E)   Den Weg, der dich glücklich macht. – Einen Weg, der dir dabei hilft, immer wieder aufs Neue Glücksmomente in deinem Leben zu genießen. Einen Weg, der dich dabei unterstützt, dein wahres Glück zu finden und es in den Fokus deines Lebens zu setzen.

F) …

G) …

H) …

Welche Wege fallen dir noch ein, die du gehen könntest?

All das ist Weihnachten! Weihnachten soll dir helfen, mit dir wieder ins Reine zu kommen. Weihnachten soll dir helfen, dich von deinen Lasten zu befreien und dein Leben lebenswerter zu machen. Warum sollst du dich zu Weihnachten nicht auch selbst beschenken und für dich entscheiden, das ist mein Weihnachten und ab heute wird alles anders. Denn ich bin mein schönstes Geschenk! Diese bewusste Zeit der Einkehr wird dir helfen, zu deinem Ursprung zurückzufinden. Du wirst erkennen, was dir wirklich wichtig ist. Du wirst erkennen, wie unwichtig materielle Besitztümer sind und wie gefährlich es ist, dein Leben bloß darauf aufzubauen. Materieller Besitz kann dir jederzeit weggenommen werden, doch dein geistiger Besitz, deine Emotionen, Werte und Erinnerungen an schöne Momente sind etwas was dir für ewig bleiben.

Versuch daher dein nächstes Weihnachten etwas anders zu gestalten. Natürlich spricht nichts dagegen, sich gegenseitig zu beschenken. Aber lass das Weihnachten nicht weiterhin bloß zu einem gierigen Geschenkeauspacken werden. Setz dich mit Personen, die dir guttun und dir wichtig sind zusammen. Möchtest du Weihnachten alleine feiern, ist es auch gut so, denn es ist ja nicht das Weihnachten der anderen und sondern dein Weihnachten. Erzählt euch Geschichten über euer schönstes Weihnachten. Denk an schöne Momente aus deiner Vergangenheit und genieß einfach die Zeit, so wie du sie für richtig hältst. Laut Kalender ist Weihnachten nur einmal im Jahr. Doch was spricht dagegen Weihnachten auch immer wieder unter dem Jahr wahrwerden zu lassen. Einfach  nur für dich selbst, weil es dir gut tut! Versuch die Magic Moments des Weihnachtens einen Teil deines Lebens werden zu lassen und feiere immer wenn es dir danach ist, dein persönliches Weihnachten und mach dir Gedanken über die sechs Fragen, die dir dabei helfen sollen, deinen persönlichen Weg zu finden.

Nutze dein Weihnachten, um neue Wege zu starten! Lebe dein Weihnachten, so wie du es willst! Lebe es so, wie es dir (und nicht anderen) gut tut! Nur so kannst du es auch genießen und später mit strahlenden Augen immer wieder an das schöne Fest zurückdenken


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Nachruf: Vera F. Birkenbihl & ihr Denkvermächtnis

 

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Achtung, die Lektüre dieses Textes „könnte zu einer dramatischen Verbesserung ihrer Gedächtnisleistung führen!“, warnte Sachbuchautorin und Trainerin Vera F. Birkenbihl zu Anfang ihres Bestsellers „Stroh im Kopf“. Und sie behielt Recht: Ich persönlich konnte mir schon sehr bald Namen und Daten besser merken und wurde “vom Gehirn-Besitzer zum Gehirn-Benutzer.” Ich verstand nun auch, weshalb ich im Geschichtsunterricht früher Bestnoten schrieb, mich aber heute an nichts mehr erinnern kann. Das Buch verkaufte sich 700.000 mal; es ging wohl noch anderen Lesern wie mir.

ERKENNTNIS 1: Es gibt kein schlechtes Gedächtnis, nur ein schlecht genutztes.
ERKENNTNIS 2: Die Art, wie uns Wissen vermittelt wird, ist entscheidend.

Schon seit 1969 tüftelte die gebürtige Münchnerin an Lerntechniken auf Basis der Hirnforschung. Ihre „Gebrauchsanweisung fürs Gehirn“ sollte es Menschen schon bald möglich machen, spielerisch Wissen zu erwerben, zu erweitern und zu vertiefen. Ihr Ansatz war so einleuchtend wie einfach: Kinder würden sich schließlich „auch nicht auf den Arsch setzen, ein Lehrbuch hervorholen und pauken“, sagte mir die Autorin 2009 in einem Interview.

ERKENNTNIS 3: WISSEN IST WIE EIN SPINNENNETZ

Einer ihrer Leitsprüche war: „Es gibt keine trockene Theorie – nur trockene Theoretiker“ und so machte sie sich daran, komplexeste Sachverhalte – von der Quantenphysik (“Von Null Ahnung zu Etwas Quantenphysik) bis zur Kultur Chinas („Was Sie unbedingt über China/Asien wissen müssen“) – gehirn-gerecht aufzubereiten. Persönliches Wissen ist dabei wie ein Spinnennetz zu verstehen, das gefüttert werden muss. Denn neue Stränge, neue Eroberungen entsprechen neuem Wissen. Jeder frische Faden wird mit mindestens einem schon bestehenden Faden verknüpft, besser mit mehreren. Ein bislang unbekanntes Lerngebiet, wie zum Beispiel eine Fremdsprache, kann nicht ohne weiteres ans Netz angegliedert werden, weil die Bindungspunkte fehlen. Es braucht also zunächst Hilfsfäden (Eselsbrücken), um das neue Wissensfeld ins Netz zu integrieren.

Die philippinische Hauptstadt „Manila“ konnte ich mir in der Schule von Anfang an sehr gut merken, denn sie klingt wie mein Name „Malina“. Hawaiis Hauptstadt „Honolulu“ klang für mich nach „Honig“, die Stadt „Skopje“ (Mazedonien) nach meinem Sternzeichen „Skorpion“ und „Minsk“ (Weißrussland) wie „Minze“, die ich auch sehr mag. So habe ich Eselsbrücken zu meinem persönlichen Wissensnetz geschlagen und meine Geografie-Lehrerin war begeistert. Leider wussten die wenigsten meiner Mitschüler, das Eselsbrücken wirklich helfen… Müsste nicht eben das in den Schulen vermittelt werden? Das Lernen lernen?

Bild: www.sxc.hu

Foto: privat

ERKENNTNIS 4: PAUKEN GEHÖRT VERBOTEN!

Bekannt wurde Vera F. Birkenbihl, als sie Mitte der 80er Jahre ihre eigene Methode des Sprachenlernens vorstellte, die ohne das Pauken von Vokabeln und Grammatik auskommt. Bis zu 80 Prozent der Lernarbeit wird dabei an das Unterbewusstsein delegiert. Wie das geht? Es wird gemalt und gekritzelt, passiv zugehört und imitiert wie ein Kind, dass sich schier mühelos seine Muttersprache aneignet. Dialoge werden bei der Birkenbihl-Methode wortwörtlich in die Muttersprache übersetzt. „Sir, open the door please!“ heißt dann also „Herr, öffnen die Tür bitte!“ und nicht wie im Deutschen grammatikalisch richtig: „Herr, öffnen Sie bitte die Tür!“ Dadurch gewöhnt sich das Gehirn unterbewusst an den sprachwissenschaftlichen Aufbau der Fremdsprache. Redewendungen und Vokabeln bleiben hängen, weil man sich mit jedem einzelnen Dialog intensiv befasst, ihn aufmalt, aktiv anhört, passiv anhört und schließlich mitspricht. Ich habe auf diese Weise Spanisch gelernt, es hat Spaß gemacht und vor allem: Es hat funktioniert!

ERKENNTNIS 5: ICH FRAGE MICH ZUM ERFOLG!

Vera F. Birkenbihl hat sich nicht nur mit schneller Wissensvermittlung, sondern auch mit den Unterschieden von Männern und Frauen beschäftigt (sehr unterhaltsam), mit „pragmatischer Esoterik“ (orientiert an Thorwald Dethlefsen) und mit gesunder Kommunikation. In „Fragen Sie sich zum Erfolg. Der direkte Weg zum Verhandlungspartner“, einer dreiteiligen CD-Serie, geht es beispielsweise um die Kunst des guten Zuhörens und richtigen Fragens.

Auf CD 1 habe ich begriffen, dass Frage-Techniken weit stärker sind als Sage-Techniken, auch weil ich meinem Gegenüber damit auf der Inhaltsebene Interesse zolle und auf der Beziehungsebene Respekt. Ich habe auch festgestellt, dass sich mein Verhandlungsgeschick umso mehr verschlechtert, desto wichtiger mir ein Thema ist. Denn mit der persönlichen Bedeutung steigt die eigene Emotionalität und Befangenheit. Wenn ich dann merke, dass ich meinem Ziel, den Anderen zu überzeugen, nicht näher komme, werde ich traurig / aggressiv / missgelaunt. Kein Wunder! Eine solche Diskussion rüttelt Stresshormone wach und mit ihnen kommen die Denkblockaden und Irrationalitäten. Die Folge: Ich höre weniger zu, stelle weniger Fragen, mache mehr Aussagen, führe kleine Monologe. Wissenschaftler würden jetzt sagen, dass ich mich im „Psychologischen Nebel“ befinde und nicht mehr viel fehlt, um mein Reptiliengehirn zu aktivieren. Der Rapport zum Gegenüber ist längst flöten gegangen und das Ziel der Kommunikation löst sich in Luft auf… Die Lösung: Besinnen, Zeit lassen und immer wieder klar machen: „Wer fragt, der führt.“ Mal sehen, welche Erkenntnisse sich hinter CD 2 und CD 3 noch verbergen und mich zum Staunen zu bringen…

Danke, Vera!

 


Vera F. Birkenbihl studierte Psychologie und Journalismus in den USA und arbeitete seit 1972 als Managementtrainerin und Sachbuchautorin. Ihr bekanntestes Buch
„Stroh im Kopf? Vom Gehirn-Besitzer zum Gehirn-Benutzer“ erscheint bereits in der 50. Auflage und wurde 700.000 mal verkauft. Die Gesamtauflage ihrer deutschsprachigen Veröffentlichungen liegt bei mehr als zwei Millionen. Neben ihrer SendungKopfspiele (22 Folgen) war sie auch als Expertin in der SendereiheAlpha – Sichtweisen für das dritte Jahrtausend zu sehen.

2008 wurde die gebürtige Münchnerin und Leiterin des „Instituts für gehirngerechtes Arbeiten“ in die Hall of Fame der German Speakers Association aufgenommen; 2010 gewann sie den Coaching-Award. Einen Eindruck von ihrer Persönlichkeit – von ihrem Asperger-Leiden bis zu ihrer Reiseunlust – gewährt das 2008 geführtes Interview mit dem Heft „managerSeminare“. Vera F. Birkenbihl starb am 3. Dezember 2011 im Alter von 65 Jahren.

 

Lebensreise & Insights – Gespräch mit Benedikt Ahlfeld

Wir haben diesmal den Trainer und Coach Ben Ahlfeld zum Thema Glück und Reisen interviewt. Mehr Informationen zu seiner Person finden Sie hier: www.BenediktAhlfeld.com [Read more…]

Magische Orte: Wie sie uns anziehen und verändern

Bild: Malina Opitz

Wir pilgern ohne Unterlass, mal getrieben von Sehnsucht, mal beflügelt von Sinnhaftigkeit. Denn der Mensch ist homo viator – ein Wegegeher, ein ewig Reisender. Von A nach B, von hier nach dort, von gestern nach morgen und übermorgen. Von Frühling bis Herbst, vom ersten Kuss zur ersten Liebe, von der Geburt bis in den Tod. Was lenkt uns? Was treibt uns an? Vielleicht ist es die Hoffnung, dass hinter der nächsten Kirche, hinter der nächsten Kuppe oder hinter dem nächsten Horizont etwas noch Größeres wartet, als wir es kennen, etwas das uns erfüllt, das Sinn stiftet. 300.000.000 Menschen buchen jedes Jahr eine Reise aus religiösen Motiven, das entspricht der Einwohnerzahl der USA. Für die Gläubigen geht es ins indische Allahabad, entlang des Jakobweges oder zum Berg Kailash oder, oder, oder… Es existieren so viele magische Orte, wie es Wünsche entlang der Wege dorthin gibt. Die Einen suchen das Göttliche auf Erden, die Nächsten hoffen auf Glück, die Anderen auf Genesung, Nähe, Liebe.

Auf was hoffen Sie? Welcher magische Ort könnte zu Ihnen passen?

Auf Wunder: Altötting
Altötting in Oberbayern gehört zu den sechs wichtigsten Marienwallfahrsorten Europas und ist der meistbesuchte Pilgerort Deutschlands. Eine Million Menschen kommen jedes Jahr, jeder Zehnte zu Fuß. Auch die Päpste Pius VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI., der in der Nähe geboren ist, waren da. Ziel der Gläubigen ist der Besuch der „Schwarzen Madonna“ in der Gnadenkapelle. Der Legende nach hat sich dort 1489 folgendes Wunder ereignet: Ein Dreijähriger war in den Fluss gefallen, von der Strömung mitgetragen und tot aufgefunden. Die Mutter brachte den leblosen Körper des Kindes in die Kapelle, legte ihn auf den Altar und begann mit anderen Gläubigen zu beten. Nach kurzer Zeit kehrte der Junge ins Leben zurück. 

Auf Kraft: Jakobsweg
Hatten sich im Jahr 1970 gerade mal 68 Personen für den Jakobsweg angemeldet, waren es 2007 bereits 114.026 offizielle Pilger. Inzwischen liegen die Deutschen hinter den Spaniern auf dem zweiten Platz, nicht zu letzt wegen des Bestsellers “Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling. Der Jakobsweg, der seit 1993 zum UNESCO-Welterbe gehört, bezeichnet heute in erster Linie den Camino Francés, die hochmittelalterliche Hauptverkehrsachse, die von den Pyrenäen über die Königsstädte Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León zum angeblichen Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela führt. Die Kathedrale der Stadt (oben im Bild) ist Ziel der meisten Pilger. Einige reisen noch bis Fisterra weiter. Aufnahme in der dortigen Pilgerherberge erhalten nur diejenigen, die zu Fuß, zu Pferd oder mit dem Fahrrad die Strecke von Santiago nach Fisterra zurückgelegt haben – der Bus zählt nicht. Was sich Pilger auf ihrer Wanderung erhoffen? Einige Klarheit, einige Reinigung, einige Spiritualität. „Dieser Weg ist hart und wundervoll. Er ist eine Herausforderung und eine Einladung. Er macht dich kaputt und leer. Und er baut dich wieder auf. Er nimmt dir alle Kraft und gibt sie dir dreifach zurück“, schreibt Kerkeling.

Auf Erleuchtung: Kailash
Es ist die höchste Pilgerstrecke weltweit, 6714 Meter über dem Meer, 53 Kilometer lang. Die Umrundung des magischen Berges Kailash ist für tibetische Buddhisten, Hinduisten, Jainisten und Bön die wichtigste Pilgerreise. Nach der 13. Umrundung bekommt der Pilger Zutritt zur inneren Kora. Wenn ein Buddhist es schafft den Kailash, der als Zentrum eines von der Natur geschaffenen Mandalas gilt, 108-mal zu umkreisen, blüht ihm unmittelbare Erleuchtung. Für die Hinduisten ist er der König der Berge, der Mittelpunkt des Universums und Sitz des Gottes Shiva. Er sei nicht aus Stein, sondern im Osten aus Kristall, im Süden aus Saphir, im Westen aus Rubin und im Norden aus Gold. Wer im Jainismus den Berg umkreist hat, gewinnt innere Erleuchtung. Besonders verdienstvoll ist es, wenn der Gläubige die Strecke durch ständiges Aufstehen und Niederwerfen mit dem eigenen Körper ausmisst. Die Anhänger der Bön-Religion halten den Kailash für den Mittelpunkt des heiligen Landes Zhang Zhung; über ihn stieg der Religionsstifter auf die Erde herab.

Auf Gottvertrauen: Klagemauer
48 Meter lang, 18 Meter hoch – Die Klagemauer, oft nur westliche Mauer oder Kotel genannt, ist eine der wichtigsten Bet-Stätten für Juden und ein Symbol für den bestehenden Bund zu Gott. Oft werden Gebetszettel in die Ritzen und Spalten der magischen Mauer gesteckt, zur Bekräftigung der Wünsche und des Glaubens. Die Rabbiner sammeln die Notizen regelmäßig ein und begraben sie ordnungsgemäß, um Platz für neue zu schaffen.

Auf Unsterblichkeit: Kumbh Mela
Kumbh Mela ist die größte Wallfahrt der Welt, sogar vom Mond aus könne man das Treiben beobachten. Im Jahr 2007 kamen 33 Millionen Menschen, 2001 sollen es gar 90 Millionen gewesen sein. Das „Fest des Kruges“ rotiert in den vier Städten Haridwar, Allahabad, Ujjain und Nashik, das nächste findet im Jahr 2013 in Allahabad statt. Die Kumbh Mela, die im 7. Jahrhundert erstmals schriftlich erwähnt wurde, dient dazu, im Ganges ein Bad der Unsterblichkeit zu nehmen und sich von allen Sünden zu befreien. Ganz ungefährlich ist das allerdings nicht: 72.000 Kolibakterien pro 100 Milliliter wurden im Ganges bei Varanasi gemessen – In Indien liegt der zulässige Höchstwert bei 500 Bakterien pro 100 Milliliter. 

Auf Gesundheit: Lourdes
Lourdes in Südwestfrankreich nahe der spanischen Grenze ist der beliebteste christliche Pilgerort weltweit. Die Zahlen sprechen für sich: 5 Millionen Pilger, 10 Millionen Liter Heilwasser und 750 Tonnen Kerzen pro Jahr. Ein Bad in der magischen Quelle von Lourdes soll Krankheiten, Verletzungen und Altersbeschwerden verschwinden lassen. 67 von 7000 angeblichen Heilungen sind von der Kirche inzwischen offiziell als Wunder anerkannt, darunter Krankheitsfälle von Multipler Sklerose, Tuberkulose und Knochenkrebs.

 

 

Mit Dankbarkeit zu Liebe und Erfolg

DankbarkeitInflationär werfen wir täglich, manchmal minütlich, mit dem Wörtchen „danke“ um uns. Jeder, der es hören will und auch die, die es überhören, bekommen eine Ladung ab – routinemäßig, spröde und kalt. Der hohle Dank türmt sich zu Eisbergen auf, umlagert uns und krallt sich fest.

Wer kann noch richtig DANKE sagen? Mit Wärme und aus vollem Herzen? Dabei gibt es so viel, für was wir dankbar sein können. Der Postbote bringt das Paket genau zur richtigen Zeit, der Busfahrer wartet, damit wir noch einsteigen können, der Bäcker legt ein Brötchen mehr in die Tüte. Die Sonne scheint am Hochzeitstag, die Ampel wird grün, wenn wir es eilig haben und in der Zigarettenpause blinkt das große Rauchen-Erlaubt-Schild. Ist es nicht ironisch? Wie viel echte Dankbarkeit wir geben können, wenn wir nur aufmerksam sind.

Deutschland gehört zu den zehn reichsten Ländern der Erde. Doch während die Glücksgefühle anderer Nationen höher und höher schnellen, auch weil Sicherheit, Toleranz und Demokratie steigen, verziehen sich die Mundwinkel der Deutschen weiter nach unten. In einem Ranking, welches „Spiegel online“ im ArtikelDie Welt wird immer glücklicherbespricht, führen unsere direkten Nachbarn, Dänemark, die Schweiz und Österreich die Liste an. Deutschland kommt in Sachen Zufriedenheit auf einen überschaubaren 37. Platz.

Gibt es einen Zusammenhang von Dankbarkeit und Glücklichsein? Macht uns die Fähigkeit, echte Dankbarkeit zu empfinden und weiterzuleiten, glücklich(er)? Robert Emmons und Michael McCullough haben 2003 ein simples Experiment dazu entworfen: Sie ließen einige Probanden darüber nachdenken, wofür sie in ihrem Leben dankbar sind. Die Kontrollgruppe dachte in diesen Minuten an etwas ganz Anderes. Die kurze Reflektionsübung wiederholten die Wissenschaftler zehn Wochen lang, jede Woche einmal. Das Ergebnis überrascht: Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigten „die Dankbaren“ zu dieser Zeit wesentlich mehr Motivation. Sie sagten, sie seien glücklicher, zufriedener und optimistischer im Hinblick auf die kommende Woche. Selbst Gesundheitswerte und Immunabwehr verbesserten sich. Schon der Gedanke an Dankbarkeit, machte die Probanden glücklicher und gesünder.

Dankbarkeit ist nicht nur ein schönes Gefühl, Dankbarkeit ist ein Schritt auf dem Weg zu Glück, Liebe, Erfolg. Sie verbessert nicht nur unser Miteinander, sondern auch das Miteinander des Miteinanders und so weiter. Dankbarkeit ist ein Stein, den wir ins Wasser werfen und der immer größere Wellenberge formt. Dankbarkeit steckt an. Und kommt zurück.

Es braucht auch nicht immer eine Person sein, der wir danken. Warum nicht auch der Liebe danken, die wir geben und die wir bekommen? Oder der Arbeit, dem Sattwerden, der freien Meinungsäußerung, der Gesundheit sowieso. Wir behandeln diese Dinge oft wie Selbstverständlichkeiten, aber das sind sie nicht. Gesundheit wird uns meist erst bewusst, wenn wir krank sind und fluchen. Warum den Spieß nicht umdrehen und bei jedem Gang ins Badezimmer das Mantra wiederholen: „Ich bin dankbar für meine Gesundheit! Ich bin dankbar für meine Gesundheit! Ich bin dankbar für meine Gesundheit!“.

Dankbarkeit

Eine andere Möglichkeit, sich öfter ans Dankbarsein zu erinnern, stammt von der Psychologin Elsbeth Martindale. Statt eines Knoten im Taschentuch braucht es lediglich eine Hand mit fünf Fingern. Machen Sie die Übung doch gleich mit!

      • Berühren Sie ihren kleinen Finger und denken Sie an eine Sache, für die Sie zutiefst dankbar sind.
      • Beim Ringfinger erinnern Sie sich an Personen in ihrem Leben, denen Sie aus vollem Herzen mit Liebe begegnen können. Das kann die Mutter ebenso sein, wie die beste Freundin.
      • Der Mittelfinger benennt eine Sache, die Sie für einen anderen Menschen getan haben und wofür Sie sich gut fühlen. Könnten Sie diese Sache wiederholen? Tun Sie es zu gegebener Zeit!
      • Der Zeigefinger zeigt auf etwas Schönes in der Natur. Das können Grashalme sein, die sich durch den Beton an die Oberfläche kämpfen oder der Wind, der ein Blätterkonzert dirigiert. Entdecken Sie etwas in Ihrem Umfeld, das Sie inspiriert und begeistert.
      • Der Daumen steht für etwas, worauf Sie stolz sind. Machen Sie sich ihre Stärken und Talente bewusst, atmen sie in Bauch und Brust, geben Sie sich selbst Anerkennung.

Wer nun sogleich den Dank in die Welt tragen will: Im Internet hat Christiane Deutsch eine „offizielle“ Dankstelle eingerichtet, wo man sich für den Sahnekuchen der Nachbarin ebenso bedanken darf wie für den Fünfer im Lotto – anonym oder nicht. Und noch etwas: Heute, am 11. November, ist Martinstag, benannt nach dem asketischen Mönch Martin von Tours. Einige Evangelikale gedenken jeden Tag einer bedeutenden Persönlichkeit der Geschichte. Ein Blick in den Heiligenkalender hilft dem, der nicht weiß, bei wem er sich bedanken soll. In diesem Sinne: Vielen Dank fürs Lesen, Begreifen und Umsetzen, für Freude und Feedback, Vernunft und Gefühl.

 


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