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ZHI Blog & Aktuelle News - Seite 28

Nachruf: Vera F. Birkenbihl & ihr Denkvermächtnis

 

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Achtung, die Lektüre dieses Textes „könnte zu einer dramatischen Verbesserung ihrer Gedächtnisleistung führen!“, warnte Sachbuchautorin und Trainerin Vera F. Birkenbihl zu Anfang ihres Bestsellers „Stroh im Kopf“. Und sie behielt Recht: Ich persönlich konnte mir schon sehr bald Namen und Daten besser merken und wurde “vom Gehirn-Besitzer zum Gehirn-Benutzer.” Ich verstand nun auch, weshalb ich im Geschichtsunterricht früher Bestnoten schrieb, mich aber heute an nichts mehr erinnern kann. Das Buch verkaufte sich 700.000 mal; es ging wohl noch anderen Lesern wie mir.

ERKENNTNIS 1: Es gibt kein schlechtes Gedächtnis, nur ein schlecht genutztes.
ERKENNTNIS 2: Die Art, wie uns Wissen vermittelt wird, ist entscheidend.

Schon seit 1969 tüftelte die gebürtige Münchnerin an Lerntechniken auf Basis der Hirnforschung. Ihre „Gebrauchsanweisung fürs Gehirn“ sollte es Menschen schon bald möglich machen, spielerisch Wissen zu erwerben, zu erweitern und zu vertiefen. Ihr Ansatz war so einleuchtend wie einfach: Kinder würden sich schließlich „auch nicht auf den Arsch setzen, ein Lehrbuch hervorholen und pauken“, sagte mir die Autorin 2009 in einem Interview.

ERKENNTNIS 3: WISSEN IST WIE EIN SPINNENNETZ

Einer ihrer Leitsprüche war: „Es gibt keine trockene Theorie – nur trockene Theoretiker“ und so machte sie sich daran, komplexeste Sachverhalte – von der Quantenphysik (“Von Null Ahnung zu Etwas Quantenphysik) bis zur Kultur Chinas („Was Sie unbedingt über China/Asien wissen müssen“) – gehirn-gerecht aufzubereiten. Persönliches Wissen ist dabei wie ein Spinnennetz zu verstehen, das gefüttert werden muss. Denn neue Stränge, neue Eroberungen entsprechen neuem Wissen. Jeder frische Faden wird mit mindestens einem schon bestehenden Faden verknüpft, besser mit mehreren. Ein bislang unbekanntes Lerngebiet, wie zum Beispiel eine Fremdsprache, kann nicht ohne weiteres ans Netz angegliedert werden, weil die Bindungspunkte fehlen. Es braucht also zunächst Hilfsfäden (Eselsbrücken), um das neue Wissensfeld ins Netz zu integrieren.

Die philippinische Hauptstadt „Manila“ konnte ich mir in der Schule von Anfang an sehr gut merken, denn sie klingt wie mein Name „Malina“. Hawaiis Hauptstadt „Honolulu“ klang für mich nach „Honig“, die Stadt „Skopje“ (Mazedonien) nach meinem Sternzeichen „Skorpion“ und „Minsk“ (Weißrussland) wie „Minze“, die ich auch sehr mag. So habe ich Eselsbrücken zu meinem persönlichen Wissensnetz geschlagen und meine Geografie-Lehrerin war begeistert. Leider wussten die wenigsten meiner Mitschüler, das Eselsbrücken wirklich helfen… Müsste nicht eben das in den Schulen vermittelt werden? Das Lernen lernen?

Bild: www.sxc.hu

Foto: privat

ERKENNTNIS 4: PAUKEN GEHÖRT VERBOTEN!

Bekannt wurde Vera F. Birkenbihl, als sie Mitte der 80er Jahre ihre eigene Methode des Sprachenlernens vorstellte, die ohne das Pauken von Vokabeln und Grammatik auskommt. Bis zu 80 Prozent der Lernarbeit wird dabei an das Unterbewusstsein delegiert. Wie das geht? Es wird gemalt und gekritzelt, passiv zugehört und imitiert wie ein Kind, dass sich schier mühelos seine Muttersprache aneignet. Dialoge werden bei der Birkenbihl-Methode wortwörtlich in die Muttersprache übersetzt. „Sir, open the door please!“ heißt dann also „Herr, öffnen die Tür bitte!“ und nicht wie im Deutschen grammatikalisch richtig: „Herr, öffnen Sie bitte die Tür!“ Dadurch gewöhnt sich das Gehirn unterbewusst an den sprachwissenschaftlichen Aufbau der Fremdsprache. Redewendungen und Vokabeln bleiben hängen, weil man sich mit jedem einzelnen Dialog intensiv befasst, ihn aufmalt, aktiv anhört, passiv anhört und schließlich mitspricht. Ich habe auf diese Weise Spanisch gelernt, es hat Spaß gemacht und vor allem: Es hat funktioniert!

ERKENNTNIS 5: ICH FRAGE MICH ZUM ERFOLG!

Vera F. Birkenbihl hat sich nicht nur mit schneller Wissensvermittlung, sondern auch mit den Unterschieden von Männern und Frauen beschäftigt (sehr unterhaltsam), mit „pragmatischer Esoterik“ (orientiert an Thorwald Dethlefsen) und mit gesunder Kommunikation. In „Fragen Sie sich zum Erfolg. Der direkte Weg zum Verhandlungspartner“, einer dreiteiligen CD-Serie, geht es beispielsweise um die Kunst des guten Zuhörens und richtigen Fragens.

Auf CD 1 habe ich begriffen, dass Frage-Techniken weit stärker sind als Sage-Techniken, auch weil ich meinem Gegenüber damit auf der Inhaltsebene Interesse zolle und auf der Beziehungsebene Respekt. Ich habe auch festgestellt, dass sich mein Verhandlungsgeschick umso mehr verschlechtert, desto wichtiger mir ein Thema ist. Denn mit der persönlichen Bedeutung steigt die eigene Emotionalität und Befangenheit. Wenn ich dann merke, dass ich meinem Ziel, den Anderen zu überzeugen, nicht näher komme, werde ich traurig / aggressiv / missgelaunt. Kein Wunder! Eine solche Diskussion rüttelt Stresshormone wach und mit ihnen kommen die Denkblockaden und Irrationalitäten. Die Folge: Ich höre weniger zu, stelle weniger Fragen, mache mehr Aussagen, führe kleine Monologe. Wissenschaftler würden jetzt sagen, dass ich mich im „Psychologischen Nebel“ befinde und nicht mehr viel fehlt, um mein Reptiliengehirn zu aktivieren. Der Rapport zum Gegenüber ist längst flöten gegangen und das Ziel der Kommunikation löst sich in Luft auf… Die Lösung: Besinnen, Zeit lassen und immer wieder klar machen: „Wer fragt, der führt.“ Mal sehen, welche Erkenntnisse sich hinter CD 2 und CD 3 noch verbergen und mich zum Staunen zu bringen…

Danke, Vera!

 


Vera F. Birkenbihl studierte Psychologie und Journalismus in den USA und arbeitete seit 1972 als Managementtrainerin und Sachbuchautorin. Ihr bekanntestes Buch
„Stroh im Kopf? Vom Gehirn-Besitzer zum Gehirn-Benutzer“ erscheint bereits in der 50. Auflage und wurde 700.000 mal verkauft. Die Gesamtauflage ihrer deutschsprachigen Veröffentlichungen liegt bei mehr als zwei Millionen. Neben ihrer SendungKopfspiele (22 Folgen) war sie auch als Expertin in der SendereiheAlpha – Sichtweisen für das dritte Jahrtausend zu sehen.

2008 wurde die gebürtige Münchnerin und Leiterin des „Instituts für gehirngerechtes Arbeiten“ in die Hall of Fame der German Speakers Association aufgenommen; 2010 gewann sie den Coaching-Award. Einen Eindruck von ihrer Persönlichkeit – von ihrem Asperger-Leiden bis zu ihrer Reiseunlust – gewährt das 2008 geführtes Interview mit dem Heft „managerSeminare“. Vera F. Birkenbihl starb am 3. Dezember 2011 im Alter von 65 Jahren.

 

Lebensreise & Insights – Gespräch mit Benedikt Ahlfeld

Wir haben diesmal den Trainer und Coach Ben Ahlfeld zum Thema Glück und Reisen interviewt. Mehr Informationen zu seiner Person finden Sie hier: www.BenediktAhlfeld.com [Read more…]

Magische Orte: Wie sie uns anziehen und verändern

Bild: Malina Opitz

Wir pilgern ohne Unterlass, mal getrieben von Sehnsucht, mal beflügelt von Sinnhaftigkeit. Denn der Mensch ist homo viator – ein Wegegeher, ein ewig Reisender. Von A nach B, von hier nach dort, von gestern nach morgen und übermorgen. Von Frühling bis Herbst, vom ersten Kuss zur ersten Liebe, von der Geburt bis in den Tod. Was lenkt uns? Was treibt uns an? Vielleicht ist es die Hoffnung, dass hinter der nächsten Kirche, hinter der nächsten Kuppe oder hinter dem nächsten Horizont etwas noch Größeres wartet, als wir es kennen, etwas das uns erfüllt, das Sinn stiftet. 300.000.000 Menschen buchen jedes Jahr eine Reise aus religiösen Motiven, das entspricht der Einwohnerzahl der USA. Für die Gläubigen geht es ins indische Allahabad, entlang des Jakobweges oder zum Berg Kailash oder, oder, oder… Es existieren so viele magische Orte, wie es Wünsche entlang der Wege dorthin gibt. Die Einen suchen das Göttliche auf Erden, die Nächsten hoffen auf Glück, die Anderen auf Genesung, Nähe, Liebe.

Auf was hoffen Sie? Welcher magische Ort könnte zu Ihnen passen?

Auf Wunder: Altötting
Altötting in Oberbayern gehört zu den sechs wichtigsten Marienwallfahrsorten Europas und ist der meistbesuchte Pilgerort Deutschlands. Eine Million Menschen kommen jedes Jahr, jeder Zehnte zu Fuß. Auch die Päpste Pius VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI., der in der Nähe geboren ist, waren da. Ziel der Gläubigen ist der Besuch der „Schwarzen Madonna“ in der Gnadenkapelle. Der Legende nach hat sich dort 1489 folgendes Wunder ereignet: Ein Dreijähriger war in den Fluss gefallen, von der Strömung mitgetragen und tot aufgefunden. Die Mutter brachte den leblosen Körper des Kindes in die Kapelle, legte ihn auf den Altar und begann mit anderen Gläubigen zu beten. Nach kurzer Zeit kehrte der Junge ins Leben zurück. 

Auf Kraft: Jakobsweg
Hatten sich im Jahr 1970 gerade mal 68 Personen für den Jakobsweg angemeldet, waren es 2007 bereits 114.026 offizielle Pilger. Inzwischen liegen die Deutschen hinter den Spaniern auf dem zweiten Platz, nicht zu letzt wegen des Bestsellers “Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling. Der Jakobsweg, der seit 1993 zum UNESCO-Welterbe gehört, bezeichnet heute in erster Linie den Camino Francés, die hochmittelalterliche Hauptverkehrsachse, die von den Pyrenäen über die Königsstädte Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León zum angeblichen Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela führt. Die Kathedrale der Stadt (oben im Bild) ist Ziel der meisten Pilger. Einige reisen noch bis Fisterra weiter. Aufnahme in der dortigen Pilgerherberge erhalten nur diejenigen, die zu Fuß, zu Pferd oder mit dem Fahrrad die Strecke von Santiago nach Fisterra zurückgelegt haben – der Bus zählt nicht. Was sich Pilger auf ihrer Wanderung erhoffen? Einige Klarheit, einige Reinigung, einige Spiritualität. „Dieser Weg ist hart und wundervoll. Er ist eine Herausforderung und eine Einladung. Er macht dich kaputt und leer. Und er baut dich wieder auf. Er nimmt dir alle Kraft und gibt sie dir dreifach zurück“, schreibt Kerkeling.

Auf Erleuchtung: Kailash
Es ist die höchste Pilgerstrecke weltweit, 6714 Meter über dem Meer, 53 Kilometer lang. Die Umrundung des magischen Berges Kailash ist für tibetische Buddhisten, Hinduisten, Jainisten und Bön die wichtigste Pilgerreise. Nach der 13. Umrundung bekommt der Pilger Zutritt zur inneren Kora. Wenn ein Buddhist es schafft den Kailash, der als Zentrum eines von der Natur geschaffenen Mandalas gilt, 108-mal zu umkreisen, blüht ihm unmittelbare Erleuchtung. Für die Hinduisten ist er der König der Berge, der Mittelpunkt des Universums und Sitz des Gottes Shiva. Er sei nicht aus Stein, sondern im Osten aus Kristall, im Süden aus Saphir, im Westen aus Rubin und im Norden aus Gold. Wer im Jainismus den Berg umkreist hat, gewinnt innere Erleuchtung. Besonders verdienstvoll ist es, wenn der Gläubige die Strecke durch ständiges Aufstehen und Niederwerfen mit dem eigenen Körper ausmisst. Die Anhänger der Bön-Religion halten den Kailash für den Mittelpunkt des heiligen Landes Zhang Zhung; über ihn stieg der Religionsstifter auf die Erde herab.

Auf Gottvertrauen: Klagemauer
48 Meter lang, 18 Meter hoch – Die Klagemauer, oft nur westliche Mauer oder Kotel genannt, ist eine der wichtigsten Bet-Stätten für Juden und ein Symbol für den bestehenden Bund zu Gott. Oft werden Gebetszettel in die Ritzen und Spalten der magischen Mauer gesteckt, zur Bekräftigung der Wünsche und des Glaubens. Die Rabbiner sammeln die Notizen regelmäßig ein und begraben sie ordnungsgemäß, um Platz für neue zu schaffen.

Auf Unsterblichkeit: Kumbh Mela
Kumbh Mela ist die größte Wallfahrt der Welt, sogar vom Mond aus könne man das Treiben beobachten. Im Jahr 2007 kamen 33 Millionen Menschen, 2001 sollen es gar 90 Millionen gewesen sein. Das „Fest des Kruges“ rotiert in den vier Städten Haridwar, Allahabad, Ujjain und Nashik, das nächste findet im Jahr 2013 in Allahabad statt. Die Kumbh Mela, die im 7. Jahrhundert erstmals schriftlich erwähnt wurde, dient dazu, im Ganges ein Bad der Unsterblichkeit zu nehmen und sich von allen Sünden zu befreien. Ganz ungefährlich ist das allerdings nicht: 72.000 Kolibakterien pro 100 Milliliter wurden im Ganges bei Varanasi gemessen – In Indien liegt der zulässige Höchstwert bei 500 Bakterien pro 100 Milliliter. 

Auf Gesundheit: Lourdes
Lourdes in Südwestfrankreich nahe der spanischen Grenze ist der beliebteste christliche Pilgerort weltweit. Die Zahlen sprechen für sich: 5 Millionen Pilger, 10 Millionen Liter Heilwasser und 750 Tonnen Kerzen pro Jahr. Ein Bad in der magischen Quelle von Lourdes soll Krankheiten, Verletzungen und Altersbeschwerden verschwinden lassen. 67 von 7000 angeblichen Heilungen sind von der Kirche inzwischen offiziell als Wunder anerkannt, darunter Krankheitsfälle von Multipler Sklerose, Tuberkulose und Knochenkrebs.

 

 

Mit Dankbarkeit zu Liebe und Erfolg

DankbarkeitInflationär werfen wir täglich, manchmal minütlich, mit dem Wörtchen „danke“ um uns. Jeder, der es hören will und auch die, die es überhören, bekommen eine Ladung ab – routinemäßig, spröde und kalt. Der hohle Dank türmt sich zu Eisbergen auf, umlagert uns und krallt sich fest.

Wer kann noch richtig DANKE sagen? Mit Wärme und aus vollem Herzen? Dabei gibt es so viel, für was wir dankbar sein können. Der Postbote bringt das Paket genau zur richtigen Zeit, der Busfahrer wartet, damit wir noch einsteigen können, der Bäcker legt ein Brötchen mehr in die Tüte. Die Sonne scheint am Hochzeitstag, die Ampel wird grün, wenn wir es eilig haben und in der Zigarettenpause blinkt das große Rauchen-Erlaubt-Schild. Ist es nicht ironisch? Wie viel echte Dankbarkeit wir geben können, wenn wir nur aufmerksam sind.

Deutschland gehört zu den zehn reichsten Ländern der Erde. Doch während die Glücksgefühle anderer Nationen höher und höher schnellen, auch weil Sicherheit, Toleranz und Demokratie steigen, verziehen sich die Mundwinkel der Deutschen weiter nach unten. In einem Ranking, welches „Spiegel online“ im ArtikelDie Welt wird immer glücklicherbespricht, führen unsere direkten Nachbarn, Dänemark, die Schweiz und Österreich die Liste an. Deutschland kommt in Sachen Zufriedenheit auf einen überschaubaren 37. Platz.

Gibt es einen Zusammenhang von Dankbarkeit und Glücklichsein? Macht uns die Fähigkeit, echte Dankbarkeit zu empfinden und weiterzuleiten, glücklich(er)? Robert Emmons und Michael McCullough haben 2003 ein simples Experiment dazu entworfen: Sie ließen einige Probanden darüber nachdenken, wofür sie in ihrem Leben dankbar sind. Die Kontrollgruppe dachte in diesen Minuten an etwas ganz Anderes. Die kurze Reflektionsübung wiederholten die Wissenschaftler zehn Wochen lang, jede Woche einmal. Das Ergebnis überrascht: Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigten „die Dankbaren“ zu dieser Zeit wesentlich mehr Motivation. Sie sagten, sie seien glücklicher, zufriedener und optimistischer im Hinblick auf die kommende Woche. Selbst Gesundheitswerte und Immunabwehr verbesserten sich. Schon der Gedanke an Dankbarkeit, machte die Probanden glücklicher und gesünder.

Dankbarkeit ist nicht nur ein schönes Gefühl, Dankbarkeit ist ein Schritt auf dem Weg zu Glück, Liebe, Erfolg. Sie verbessert nicht nur unser Miteinander, sondern auch das Miteinander des Miteinanders und so weiter. Dankbarkeit ist ein Stein, den wir ins Wasser werfen und der immer größere Wellenberge formt. Dankbarkeit steckt an. Und kommt zurück.

Es braucht auch nicht immer eine Person sein, der wir danken. Warum nicht auch der Liebe danken, die wir geben und die wir bekommen? Oder der Arbeit, dem Sattwerden, der freien Meinungsäußerung, der Gesundheit sowieso. Wir behandeln diese Dinge oft wie Selbstverständlichkeiten, aber das sind sie nicht. Gesundheit wird uns meist erst bewusst, wenn wir krank sind und fluchen. Warum den Spieß nicht umdrehen und bei jedem Gang ins Badezimmer das Mantra wiederholen: „Ich bin dankbar für meine Gesundheit! Ich bin dankbar für meine Gesundheit! Ich bin dankbar für meine Gesundheit!“.

Dankbarkeit

Eine andere Möglichkeit, sich öfter ans Dankbarsein zu erinnern, stammt von der Psychologin Elsbeth Martindale. Statt eines Knoten im Taschentuch braucht es lediglich eine Hand mit fünf Fingern. Machen Sie die Übung doch gleich mit!

      • Berühren Sie ihren kleinen Finger und denken Sie an eine Sache, für die Sie zutiefst dankbar sind.
      • Beim Ringfinger erinnern Sie sich an Personen in ihrem Leben, denen Sie aus vollem Herzen mit Liebe begegnen können. Das kann die Mutter ebenso sein, wie die beste Freundin.
      • Der Mittelfinger benennt eine Sache, die Sie für einen anderen Menschen getan haben und wofür Sie sich gut fühlen. Könnten Sie diese Sache wiederholen? Tun Sie es zu gegebener Zeit!
      • Der Zeigefinger zeigt auf etwas Schönes in der Natur. Das können Grashalme sein, die sich durch den Beton an die Oberfläche kämpfen oder der Wind, der ein Blätterkonzert dirigiert. Entdecken Sie etwas in Ihrem Umfeld, das Sie inspiriert und begeistert.
      • Der Daumen steht für etwas, worauf Sie stolz sind. Machen Sie sich ihre Stärken und Talente bewusst, atmen sie in Bauch und Brust, geben Sie sich selbst Anerkennung.

Wer nun sogleich den Dank in die Welt tragen will: Im Internet hat Christiane Deutsch eine „offizielle“ Dankstelle eingerichtet, wo man sich für den Sahnekuchen der Nachbarin ebenso bedanken darf wie für den Fünfer im Lotto – anonym oder nicht. Und noch etwas: Heute, am 11. November, ist Martinstag, benannt nach dem asketischen Mönch Martin von Tours. Einige Evangelikale gedenken jeden Tag einer bedeutenden Persönlichkeit der Geschichte. Ein Blick in den Heiligenkalender hilft dem, der nicht weiß, bei wem er sich bedanken soll. In diesem Sinne: Vielen Dank fürs Lesen, Begreifen und Umsetzen, für Freude und Feedback, Vernunft und Gefühl.

 


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Hypnose-Experte Tom Krause über Charisma

Hypnose & Charisma

Der Hypnotiseur Tom Krause, Jahrgang 1972, über die Chancen und Grenzen seiner Arbeit, über gute Gefühle, Selbsthypnose und den ägyptischen Tempelschlaf. 

Bei Tom Krause Hypnose denken viele an Pendel, Hokuspokus und Menschen, die zu Hühnern werden und gackernd über die Bühne rennen. Treffen die Klischees zu?
Zunächst ist es wichtig zu unterscheiden: Es gibt die Showhypnose, die vor allem aus dem Fernsehen bekannt ist und fast alle Klischees abdeckt. Dann gibt es die klinische Hypnose, die immer mehr zum Einsatz kommt, zum Beispiel bei Schlaganfall-Patienten. Und dann gibt es eine dritte Form, auf die ich mich konzentriere: Die lebensbejahende Hypnose.

Wer kann davon profitieren?
Die Möglichkeiten von Hypnose sind in meiner Welt fast grenzenlos. Es ist ein Zustand innerer Aufnahmebereitschaft und Ruhe, in dem ich mich sich selbst neu programmieren kann. Bestimmte Eigenschaften oder schlechte Gefühle aus der Vergangenheit stecken manchmal wie ein Dorn im Unterbewusstsein. Diesen Stachel einfach herauszuziehen und stattdessen gute Gefühle hineinzupumpen, das ist das Ziel der lebensbejahenden Hypnose.

Ist es möglich, sich selbst zu hypnotisieren?
Natürlich! Und wir machen es jeden Tag, ohne es zu wissen. Wir stehen mit dem Auto an der Ampel und sind in Gedanken versunken, auf einmal ist grün und wir haben es überhaupt nicht gemerkt. Oder wir sind in ein Buch vertieft und hören gar nicht, dass uns der Partner eine Frage stellt. Das alles sind Hypnosephänomene.

Schritt für Schritt – wie funktioniert das?
Da gibt es viele Varianten. Schritt 1: Versetze dich in einen entspannten Zustand. Schritt 2: Übermittle dir in irgendeiner Art positive
Affirmationen („Ich möchte viel Geld / Liebe / Erfolg haben“). Schritt 3: Denke daran, dass dadurch alles gut sein wird. Eine andere Variante ist es, mir den heutigen Tag herauszupicken und zu fragen: Zu wie viel Prozent habe ich mich heute gut gefühlt? Waren es 10 Prozent, 15 Prozent oder waren es sogar 95 Prozent? Dann mache ich das für die ganze Woche und so weiter. Wenn ich es schaffe, mich das ganze Jahr im Schnitt 95-prozentig gut zu fühlen, kann die Programmierung losgehen.

Hat Selbsthypnose Grenzen?
Oft schlummern Dinge in uns, die wir selbst gar nicht sehen, die uns aber immer wieder in unangenehme Situationen bringen. Von außen hat man oft einen besseren Blick.

Thomas Krause

Was sind die Kernpunkte deiner Arbeit?
Ich bin der Mann für die positiven Gefühle und das Charisma. In Köln gebe ich regelmäßig den Workshop „Stimme – Stimmung – Charisma!“, wo man seine Stimme so trainieren kann, das sie Menschen in bestimmte Zustände bringt. Mein zweites Steckenpferd sind die Metaphern, verschachtelte Geschichten, die eine enorme Wirkung entfalten können.

Also kein Pendel?
Am Anfang hatte ich tatsächlich oft ein Pendel dabei, weil die Leute das ja so kannten. Aber eigentlich braucht man das Ding nicht. Eingeleitet werden kann die Hypnose auf unterschiedliche Weise. Erickson hat zum Beispiel bereits im Vorgespräch zu hypnotisieren begonnen. Ich bin kein Freund von Leitfäden, wie eine Trance zu beginnen ist, wichtiger ist es, intuitiv den eigenen Stil zu finden.

Ein guter Hypnotiseur sollte…
In erster Linie gut zu sich selber sein und lernen loszulassen und zu entspannen. Am wichtigsten ist das Vertrauen darauf, das Richtige zu tun. Neben Ausstrahlung und Kompetenz ist auch Kreativität wichtig – Hypnose ist schließlich keine statische Arbeit.

Woher kommt die Hypnose überhaupt?
Thomas Krause
Im alten Ägypten gab es den „Tempelschlaf“: Menschen haben sich in die Tempel gelegt und die Priester haben ihnen Einflüsterungen gemacht. Der starke Glaube an die Worte der Priester hat manchmal Berge versetzt. Auf der anderen Seite wurde Hypnose auf Jahrmärkten vorgeführt, beim so genannten „Carotist-Trick“. Doch der war reiner Schwindel: Man starrte dem Hypnotisanten in die Augen und drückte dann blitzartig die Blutzufuhr am Hals ab, dass derjenige ohnmächtig wurde. Populär gemacht wurde die Showhypnose vom Dänen Karl Hansen im 19. Jahrhundert, als sie durch die Lehren Sigmund Freuds in Vergessenheit zu geraten drohte.

Und heute?
Heute dürfen wir begreifen, dass Hypnose etwas Tolles ist, nichts Mythisches. Wir können so viel davon profitieren, wenn wir uns nur darauf einlassen.

Thomas Krause, Jahrgang 1972, steht seit knapp 20 Jahren auf der Bühne – zunächst als Stimmenimitator von Rudi Carrell, später als Hypnotiseur für mehr Charisma. Entscheidend geprägt wurde seine Arbeit durch Milton H. Erickson, Richard Bandler und Chris Mulzer. Mehr Infos zu Thomas Krause und seiner Arbeit: www.der-tom-krause.de und www.charismacare.de