Bekannt aus Bekannt aus

Gedichte Glück

Heute haben wir einige schöne Gedichte zum Thema Glück gesammelt. Das Glück besteht nicht darin, daß du tun kannst, was du
willst, sondern darin, daß du immer willst, was du tust.
Leo N. Tolstoi (1828-1910)

Das Glück kann man nicht zwingen, aber man kann es
wenigstens einladen.
Attila Hörbiger (1896-1987)

Wer glücklich sein möchte, muss sich oft verändern.
Konfuzius (551 v. Chr.-479 v. Chr.)

Formel meines Glücks: ein Ja, ein Nein, eine gerade Linie, ein Ziel.
Friedrich Nietzsche (1844-1900)

Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind.
Charles-Louis de Montesquieu (1689-1755)

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.
Erasmus von Rotterdam (1466-1536) 

Glück ist kein Geschenk der Götter, sondern die Frucht innerer Einstellung.
Erich Fromm (1900-1980) 

Gedichte Glück

Schwebe im Glück
blick nicht zurück
Lass dir viel Zeit
nach Elend und Leid

Du bist geborgen
weg von den Sorgen
Die lass zurück
Schwebe im Glück
Gerhard Ledwina (*1949)

Das Glück, kein Reiter wird’s erjagen,
es ist nicht dort und ist nicht hier.
Lern überwinden, lern entsagen,
und ungeahnt erblüht es dir.
Theodor Fontane (1797-1869)  

Du klagst mit unzufried’nem Geist,
daß dich das Glück so kärglich speist?
Setz deinen Wünschen nur ein Ziel,
wer viel begehrt, dem mangelt viel.
Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781)  

Das Glück ist ein Traum in der Nacht
Und eine Illusion am Tag
Es ist ein Gedanke voll Hoffnung
Und ein Wunsch des Herzens,
Der nach Erfüllung verlangt.
Doch wie oft tritt das Gegenteil der Erfüllung ein.
Es ist ein Gesang, der an unser Ohr tönt,
Ohne dass unser Herz ihn versteht.
Khalil el Khatib (*1955) 

Von einem Glück,
das zu dir kommen soll,
erwarte wenig.
Von einem Glück,
das du in jedem Augenblick
dir selbst erschaffst,
davon erwarte viel.
Carl Peter Fröhling (*1933) 

Im Glücke glücklich sein,
ist keine Kunst.
Kunst aber ist,
im Unglück noch
Spur eines neuen Glücks
zu wittern.
© Carl Peter Fröhling (*1933)

So muß man leben!
Die kleinen Freuden aufpicken,
bis das große Glück kommt.
Und wenn es nicht kommt,
dann hat man wenigstens
die “kleinen Glücke” gehabt.
Theodor Fontane (1819 – 1898)

Gesundheit ist Glück, so sagt der Kranke –
Reichtum ist Glück, sagt der Arme,
Weisheit ist Glück, sagt der Philosoph –
und sie haben alle Recht.
Unglück aber ist gewiß, das nicht erreichen zu können, was man bedarf.
Fanny Lewald (1811 – 1889)

Es huscht das Glück von Tür zu Tür,
Klopft zaghaft an: – wer öffnet mir?

Der Frohe lärmt im frohen Kreis
Und hört nicht, wie es klopft so leis.

Der Trübe seufzt: Ich laß nicht ein,
Nur neue Trübsal wird es sein.

Der Reiche wähnt, es pocht die Not,
Der Kranke bangt, es sei der Tod.

Schon will das Glück enteilen sacht;
Denn nirgends wird ihm aufgemacht.

Der Klügste öffnet just die Tür –
Da lacht das Glück: Ich bleib bei dir!
Richard Zoozmann (1863 – 1934)

Das Glück, das glatt und schlüpfrig rollt,
tauscht in Sekunden seine Pfade,
ist heute mir, dir morgen hold
und treibt die Narren rund im Rade.

Laß fliehn, was sich nicht halten läßt,
den leichten Schmetterling laß schweben,
und halte dich nur selber fest;
Du hältst das Schicksal und das Leben.
Ernst Moritz Arndt (1769 – 1860)

Wir baden uns
im Seelenmeer
entdecken langsam
alle Inseln der Haut
wir tauchen hinab
zum Grund der Erfüllung
gelangen sorglos
an die Ufer des Glücks
Hans-Christoph Neuert (1958 – 2011)

Wer großes Glück kann tragen,
Der hat ein starkes Herz
Und mag es mutig wagen
Mit jedem Spiel und Scherz;
D’rum wird auf steilsten Höhen
Des Ruhmes Kranz gereicht;
Denn Unglück zu bestehen
Macht Gott im Himmel leicht.
Ernst Moritz Arndt (1769 – 1860) 

Nicht nenn’ ich Glück ein sorgenfreies Leben
Und steten, ungetrübten Sonnenschein;
Glück ist: sich freudig jeder Pflicht hingeben,
Sich selbst besiegen, andern hilfreich sein;
Das Gegenwärt’ge ans Zukünft’ge binden
Und unbeirrt den Weg zum Himmel finden.
Helene Krüger (1861 – um 1940) 

Glück kommt wie Licht, wie Sonnenstrahlen,
Wie Windeswehn, wie Wolkenflug:
Hier einmal, dort zu hundertmalen
Und nie im Leben noch genug.

Wer kann es haschen, wer kann es finden?
Und wer bewahrt es, wenn er’s hat? –
Es schwebt ein Atem in den Winden,
Und schwimmt im Strom ein grünes Blatt.
Feodor von Wehl (1821 – 1890)

Das Glück liegt selten dir zu Füßen.
Meist läßt es aus der Ferne grüßen.
Doch wenn es sich mal blicken läßt,
geh auf es zu und halt es fest!
Wolfgang Lörzer (*1950)

Wie Menschen glücklich sind, kann der schon glücklich heißen,
Der nicht von Dornen frey, die seinen Fuß zerreißen,
Die Dornen selten fühlt und oft auf Rosen tritt,
So freudig itzt genießt, als erst geduldig litt.
Stets überwiegt bey ihm die Schmerzen das Ergötzen,
Und Weisheit wird, was fehlt, aus ihrem Schatz ersetzen:
Sie giebt Zufriedenheit, ihr schönstes bestes Kind,
An deren Seite stets die wahren Freuden sind.
Johann Peter Uz (1720 – 1796)

Solang du nach dem Glücke jagst,
Bist du nicht reif zum Glücklichsein,
Und wäre alles Liebste dein.

Solang du um Verlornes klagst
Und Ziele hast und rastlos bist,
Weißt du noch nicht, was Friede ist.

Erst wenn du jedem Wunsch entsagst,
Nicht Ziel mehr noch Begehren kennst,
Das Glück nicht mehr mit Namen nennst,

Dann reicht dir des Geschehens Flut
Nicht mehr ans Herz – und deine Seele ruht.
Hermann Hesse (1877–1962) 

Glück ist gar nicht mal so selten,
Glück wird überall beschert,
vieles kann als Glück uns gelten,
was das Leben uns so lehrt.

Glück ist jeder neue Morgen,
Glück ist bunte Blumenpracht,
Glück sind Tage ohne Sorgen,
Glück ist, wenn man fröhlich lacht.

Glück ist eine stille Stunde,
Glück ist auch ein gutes Buch,
Glück ist Spaß in froher Runde,
Glück ist freundlicher Besuch.

Glück ist niemals ortsgebunden,
Glück kennt keine Jahreszeit,
Glück hat immer der gefunden,
der sich seines Lebens freut.
Clemens Brentano (1778-1842)

Glück ist ein Hauch von Blütenduft
Der schnell zum Himmel zieht
Der wie der Liebesduft
Mal kommt und wieder flieht.
Monika Minder (1961-)

Das Glück ist wie die Sonne.
Ein wenig Schatten muss sein,
wenn’s dem Menschen wohl werden soll.
Otto Ludwig (1813-1865) 

Will das Glück nach seinem Sinn
Dir was Gutes schenken,
Sage Dank und nimm es hin
Ohne viel Bedenken.

Jede Gabe sei begrüsst,
Doch vor allen Dingen:
Das worum du dich bemühst,
Möge dir gelingen.
Wilhelm Busch (1832-1908) 

Photo Credit: